220 JAHRE "68" UND TSCHÜSS!

(Nach eigener anarchischer Rechtsschreibung)

 
Sie kamen von weit, mit viel Engagement, und sie gingen weit mit ihrem Engagement, und wenn sie jetzt abtreten, reich an Erfahrung und satt an Bezügen, - dann hat es sich am Ende der Erkenntnis-Reise wenigstens finanziell gerechnet für die die dran geblieben sind, - für die die am Ende nur noch ihren eigenen Klassenkampf kämpften und jetzt halt zur Klasse der oberen Zehntausend gehören. Sie kamen von den Strassen, als Steinewerfer, Demonstranten, Idealisten, Freiheitskämpfer, Antifaschisten, Menschheitsbeglücker, Reformisten, Revolutionäre, mit fettigen Haaren, und dem Geruch von selbstgedrehten Zigaretten, zuviel Hanf und zuviel Knoblauch, Patchoulie und Henna. Insgesamt kein Aphrodisiakum so das mir persönlich der Muff der vorangegangenen Tausend Jahre, den sie zu vertreiben suchten der viel genehmere war. 41 Jahre nach 68 hat die Revolution ihre Kinder gefressen, nicht nur gefressen - sie hat sie auch regelrecht wieder ausgekotzt, weil der Revolution diese Kinder nicht schmeckten die einmal aufstanden um etwas verändern zu wollen und heute nach dem Marsch durch die Institutionen nicht nur einfach alt aussehn sondern so überholt und deplaziert das nichts mehr an ihnen auf einen zurückliegenden revolutionären Aufbruch mehr schließen lässt. Ganz oben angekommen sind sie, in jeder Hinsicht und in allen Bereichen des Lebens. Amtsstuben, Vorstandssitzungen, Regierungsbänke sind in Beschlag genommen, ein neues sich frei und aufgeklärt wähnendes selbstzufriedenes neubürgerliches lockeres Establishment aalt sich im Licht einer Öffentlichkeit die noch gar nicht recht zur Kenntniss genommen hat, - das diese Generation von ehemaligen Klassenkämpfern und Aufrührern heute eigentlich nur noch um eines kämpft, - nämlich um die Sicherheit ihrer Pensionen ihrer Immobilien und Kapitalanlagen, und um den verdienten Lebensabend, der so problemlos verlaufen soll das man mit dem Schreiben seiner Memoiren auch der Nachwelt noch ein Stück gutes Gewissen hinterlässt. Aber was haben diese Weltveränderer denn wirklich bewegt? Wenn Rainer Langhans im messianischen Weiss seines Jogginganzugs an mir vorbeispaziert, manchmal mittags, manchmal morgens, oder auch mal nicht, - dann glaubt man das er immer noch auf der Suche ist, nach sich, nach der Weltformel oder nach einer Fluchtmöglichkeit aus seiner Frauen WG. 41 Jahre nach 68 hat er seine Memoiren veröffentlicht in denen er mitteilt das die 68er den Kampf gewonnen haben, es aber noch nicht gemerkt hätten. Welchen Kampf bitte, -? Den Kampf dafür das die Sexuelle Befreiung in einem Porno Überfluss strandete der keinem Heranwachsenden mehr den geheimen Schauer des gegnerischen unbekannten Geschlechts mehr erfühlen lässt. Ist es für eine Gesellschaft wirklich bereichernd wenn im Zuge der Sexuellen Befreiung ein Mädchen von 11 Jahren mit 12 dann schon Frau ist, - und mit 14 Jahren auch schon mit allen Wassern gewaschen ist? Und ist es wirklich eine Bereicherung frei und offen über Alters-Sex sprechen zu dürfen, - oder doch nur der letzte Schrei auf dem Markt der Freizügikeiten? Ist nicht Eros höchstselbst im Zuge der Porno-Industrialisierung irgendwo auf der Strecke geblieben? Ja, - es hatte sein gutes, der Prüderie der fünfziger Jahre etwas einzuheizen, - aber wieviel Romantik ist dabei auf der Strecke geblieben beim Versuch den Deutschen aus der Verkrampfung zu helfen. Vergewaltigung und Scheidenkrampf, auch das können Deutsche Extreme sein. Wie herrlich die Zeiten in den Sexualität noch ein von Geheimnis umwobenes verbotenes Terrain war, - wieviel Lustpotential liegt im Verborgenen, - wieviel echte Erotik lag im Dunkel, im Tabu, im nicht Alltäglichen, - und wieviel davon könnte uns noch heute blühen, - wenn die rosa Präsenz der Schweinchenhaut mit der wir uns pausenlos konfrontiert sehen nicht so beliebig und allgegenwärtig wäre. Überreizung total, - bis über die Grenzen hinaus, - und dann - das grosse Abgestumpft sein. Es liegt in der Natur der 68er das sie uns ihren Gammelfleisch Sex als ihren Sieg über die Deutsche Spiessigkeit verkaufen möchten. Es waren die Junglehrer der Siebziger Jahre die damals glaubten den Drachen der Autorität damit bezwungen zu haben indem sie uns das DU anboten, - indem sie uns von den Seilen der alten Welt loszuschneiden suchten, - einer Welt von der sie glaubten das sie dem Untergang geweiht sei, - und wir die Jugendlichen, - zwischen den Märchenwelten der Grosseltern und dem Rocknroll der Cousin's zu Bewußtsein gekommenen fühlten uns irritiert und bedroht von dem was uns diese Befreier versprachen. Nichts war mir geheuer an Ihnen, - Ihre Freiheitsversprechen waren mir suspekt wie ihr Erscheinungsbild, - das waren keine Helden, - So sahen allenfalls meuchelnde Anarchisten, und Wegelagerer aus. Die neuen Töne und die Freiheit die sie versprachen wirkten nicht vertrauenswürdig, - das überzeugte nicht. Sie erschienen zwar wie vom Zeitgeist bestellt, - Sie taten was der Zeitgeist ihnen anbefahl, - Aber, - und das war für mich das entscheidende darin sie abzulehnen, - Sie sahen in ihrer modischen Zeitgeistigkeit Scheisse aus und ihr Engagement war bei aller Erhitzheit ihrer Gemüter, - Kalt. Das Engagement wurzelte nur knapp unter der Oberfläche ihres befreiten Seins. Nichts war in der Seele verankert. Die Redner und Kämpfer für Menschlichkeit und Miteinander überzeugten nicht, weil die Formeln, die Programme ein menschliches Anliegen zwar thematisierten, - aber es kam eben keinen Hauch lebendiger herüber als ein funkenlos dahingeplätschertes Vaterunser eines bewußtlosen Kirchgängers. Es war die Menschlichkeit der Guilloutine die Kälte des metallenen Fallbeils von 1789 die dem Engagement dieser kritischen Leute irgendwie anzuhaften schien. Ich ahnte instinktiv das ich meinen Feinden gegenüberstand, - auch wenn ich mich zeitweise unter ihnen bewegte, weil sie den Rahmen boten für Rockmusik und Grenzerfahrung, - und weil die Brücken in die Wälder der Kindheit hinter einem lagen, - und weil der Dschungel der Zivilisation mit ganz eigenen Abenteuern lockte. Ich wusste wenn ich sie später mit ihren ANTI ATOMKRAFT Buttons auf dem Anorak sah, - das sie im Grunde nicht Unrecht hatten, - aber Sie waren aus einem anderen Holz, einem Holz das ich für mich als überholt und brüchig betrachtete, - nicht nur weil ich Punk war sondern weil ich ihrer seelenlos engagierten Menschlichkeit nicht über den Weg traute. Eine Menschlichkeit über die sich viel reden und diskutieren ließ, - und die das Wesentliche einfach entbehrte. Es war eine lieblose Veranstaltung die im Kielwasser des amerikanischen Liebes-Sommers von 1969 einfach nicht verebben wollte. Diese Leute mochten ihren Traum der Brüderlichkeit träumen, - mochten Pazifisten Anti-Militaristen Friedensaktivisten gewesen sein und sicher selber auch an ihre Mission geglaubt haben, - aber die Liebe die sie permanent versprachen, die besaßen sie nicht,- nicht damals und auch heute kurz vor ihrer Abdankung nicht. Was in ihren Augen wie Liebe blitzte, - das war nur die Besessenheit von Idee und Mission, etwas Irrleuchten sich für besser als die verfluchten Väter zu halten und die Reflektion der Sonne im Spiegel der Guillutine von 1789. Ich wusste es damals, und ich weiss es noch heute, das diese Art von brüderlicher Menschlichkeit so enden könnte wie sie vor 200 Jahren in Paris begann, - lieblos und blutig. Vor 200 Jahren in der letzten entscheidenden Phase. Die Idee selber ist älter, - den Grundstein dazu ergriff Kain, den Rest besorgten die Jakobiner und das was heute in ihrem Kielwasser schwimmt. Das leuchten in den Augen der so genannten "Spiesser" die ja immer auch "Nazis" sein mussten in den Augen der neuesten Menschen war ein anderes, ein überzeugenderes. Der alte Frontsoldat, dem ich als Kind und Jugendlicher bei der Feldarbeit half um mein Taschengeld aufzubessern, sprach nicht von Naturverbundenheit, von persönlicher Freiheit, von Klassenkampf und Weltverbesserung, - aber er stand mit dem tieferen Leben in Tuchfühlung, - Die Art und Weise wie er der Erde, dem Boden und der Natur nahe stand, war an kein Programm gebunden, - sondern eine Herzensangelegenheit, frei von Ideologie und missionarischem Eifer. Das Feuer in den Augen der "Gestrigen" war vertrauenserweckend, - es reflektierte das Herdfeuer der letzten Jahrtausende, die Erfahrungswerte, die Überlieferung, den Sinn für das Wesentliche, und eine Liebe die nicht plakativ in Erscheinung tritt, sondern hinter der Strenge und Autorität unaufdringlich, aber herzlich waltet.
 
Was ist aus den Jüngern der FREIEN LIEBE geworden, - Irre sind sie geworden, - Irre an zuviel Körperlichkeit, Irre an der Einsamkeit den das Übermaß an Körperlichkeiten zur Folge hat, - zwangsläufig, - Irre geworden an einer Menschlichkeit die sich nur noch an Brüdern und Schwestern, nicht aber an Kindern und Eltern mehr orientiert. Brüder und Schwestern, - Mitmenschlicher Alptraum und Massenrausch, - eine Menschheit der Horizontalen, bestehend aus egomanischen Individualisten von denen jeder sich vom andern zu unterscheiden glaubt, - und am Ende ist es doch nur ein Abziehbild. Am Ende, das sind jetzt viele die 1968 die Stunde ihrer Berufung fühlten. RAF, Jakobiner ohne Augenzwinkern, Befreier? Erlöser? Menschenfreunde! Ihre Anwälte und Symphatisanten, heute auf der Höhe ihres Zenits, - Strassenkämpfer und Revoluzzer Anwalt, Steineschmneisser gegen die Alte Ordnung, - nur um dann am Ende ein altes Establishment durch ein neues Establishment ersetzt zu haben, - ohne nenneswerte Errungenschaften. Was ist es was JOSCHKA FISCHER verändert hat? Wo hat die Handschrift seiner Weltverbesserung ihre Spur hinterlassen in der Geschichtsschreibung und im täglichen Leben nach 1945, 1968, und 1984. Vor dem Hintergrund seiner Frankfurter Strassenkampf Zeit mutet es geradezu grotesk das Er und Kollege Schröder es waren die den angloamerikanischen Hedgefonds-Heuschrecken die Einfallstore hierzulande aufhebelten, und man will im einzelnen gar nicht wirklich wissen welche seltsamen Aufsichtsratposten diese ehemaligen Weltverbesserer heute noch inne haben. Das ist nunmal der Lauf der Dinge, - wenn man Politik machen möchte für eine bessere Welt, und dabei von Anfang an nicht die Interessen des Volkes vertreten möchte sondern in erster Linie eine Weltsicht. Ganz schnell ist man sich selbst der Nächste, und ganz schnell hat man soweit ausgesorgt, das man sich gemütlich zurückziehen kann und die Welt ihren Lauf nehmen lässt. Ich lernte früh zu unterscheiden, wer von den langhaarigen Vertretern des Aufbegehrens ein wirklicher Idealist und wer die Karrieristen waren. Die Idealisten, die Leute die entspannter waren und nicht jeden Bewegungsablauf durch die politische Brille beobachten und kommentieren mussten, die gerieten natürlich ins Hintertreffen und ihre fehlende Besessenheit machte sie verdächtig in den Augen derer die ihre Chance gekommen sahen, - Ihre Chance, nicht die Chance einer Idee, nicht die Chance wirklich etwas zu verändern, sondern in erster Linie Ihre Persönliche Chance mit politischem Ehrgeiz und der entsprechenden Haltung es doch noch zu etwas bringen zu können. Hitler besiegen indem man in den Landtag einzieht. Opa bestrafen für den Einsatz in Stalingrad dadurch das man jetzt mit Turnschuhen Politik machen konnte. Die Aufmüpfigen von damals in den 80er Jahren, die konnten per Flugblatt und Demonstration gegen jedes Unrecht der Welt aufbegehren, Sie abonnierten SPIEGEL, taz und Pflasterstrand und konnten mit der gleichen Selbstverständlichkeit mit der sie das Unrecht in der weiten Welt bekämpften einen weniger ehrgeizigen Arbeitskollegen mit den miesesten strategischen Schachzügen ausser Gefecht mobben. Das musste drinn sein wenn man Rund um die Uhr im Einsatz für das Gute Gewissen ist. Für die höheren Ziele kämpfend müssen halt auch mal Bauernopfer gebracht werden, - ist klar. Umso einfacher und leichter, wenn die Bauernopfer über kein linkes politisches Selbstverständnis verfügten. Aber die schlecht gekleideten Leute die allerorts gegen Atomkraft, Aufrüstung und gegen das Waldsterben demonstrierten, - die kannten den Wald für den sie eintraten ja selber nicht mehr. Ich kannte ihn noch persönlich, weil ich meine Kindheit und Jugend mit ihm teilte. Sie verteidigten halt das Prinzip Natur, Wald, Wiese, - nicht das Stück Heimat, - weder Mutterboden noch Vaterland sondern den Naturbegriff.
 
In Frankfurt zwischen Fließbandprostitution, Bankgeschäften, und Scharenweiser Drogenabhängigkeit, zwischen dem Abschaum der Menschheit aus aller Sklaven-Herren Länder ein paar alternative Treffpunkte mit Ablageflächen für fotokopierte Flugblätter und die Plakatanschläge für das jüngste Aufbeghren. Apfelwein Dunst, selbstgedrehter Zigarretten Mief, kalte stinkende Revoluzzer Asche, politisch motivierte Sprachfetzen, immer wieder neu in den Raum schlagend und die Gesichter und Münder die ihre Standpunkte äusserten, begleitet von immer neuem Schall und Rauch. Gesichter und Gestalten die kein Vertrauen in mir erweckten. Befremdlich, abstoßend und suspekt, - das ganze Millieu. Den Inhaltsfetzen ihres Gelabers nach ging es wohl um Weltverbessernde Maßnahmen, - Aber die Gesichter der Lautsprecher von denen anzunehmen war das sie sich zu allem legitimiert fühlten, waren doch nur die alten Jakobiner Fressen von vor 200 Jahren, - und ihr Tonfall ihr fordernder kalter, kam den Stimmen gleich die die Namen der Bürger verlasen die zur Guilloutine bestellt wurden. Auch wenn sie ein Paar Jahre später im Bundestag saßen und Pullover strickten, - es war noch immer das gleiche Jakobiner Pack wie früher. Auch wenn er gerade nicht anwesend war, - aber es war der Dunstkreis der einmal zu Joschka Fischer gehörte. Soviel Strassenkampf, soviel politischer Änderungswille, soviel heisse Luft, - am Ende war alles nur Selbsterbauung, - der ganze weite Weg bis zum Aussenminister, am Ende dann alles nur für sich selbst. Ein paar Almosen möchte ich ihm herüberreichen, - einen Sympathiebonus für ein paar Ikonenhafte Momente des Aufbegehrens die es Wert sind festgehalten zu werden, und einen Mitleidsbonus den er sich mit Cohn Bendit und anderen Mitkämpfern teilen kann, für die Ohnmacht gegenüber Srebrenica und Ruanda. Massengenozide, nicht Waldsterben, nicht Startbahn-West. Mitleidsbonus dafür, das jetzt keiner mehr so tun kann als sei die Unmenschlichkeit an sich eine rein deutsche Angelegenheit im Rahmen von 1933-45 gewesen. Nein, - über die Nürnberger Prozesse hinaus die der Welt suggerieren sollten das ab 1946 keine Angriffskriege und Unmenschlichkeiten in Europa mehr möglich seien, - hat es uns doch noch kalt erwischt. Was ist besser geworden seit 1968? Wieviel Schlachtopfer kann der menschliche Körperzähler seither registrieren? Um wieviel Prozent ist die Menschlichkeit angestiegen seit die Weltverbesserer, Antifaschisten und Menschheitsbeglücker angetreten sind ihr bestes zu geben - als Berufspolitiker. Ist da ein permanenter Anstieg der allgemeinen Menschlichkeit zu verzeichnen? Was ist das Resumee nach dem Marsch durch die Institutionen? Wo sind die vorzeigbaren Errungenschaften? Plastikflaschenpfand und Multikulturität, - was noch an an beschissener weltverbessernder Errungenschaft?

Realpolitik nannten sie selber das was noch am Ende von ihrem Aufbegehren noch übrig bleiben durfte. Realpolitik, das ist aber zusammengenommen das was hier zulande politisch quer durch die Parteien überhauptnoch möglich ist, - es ist der von übernationalen Mächten gesteckte Rahmen einer demokratischen Spielwiese auf welcher die Parteien ein bischen zanken, abstimmen, diskutieren und operieren dürfen, - alles aber im Rahmen und keinen Schritt darüber hinaus. Was Realpolitik noch bedeutet, das könnte Joschka Fischer vor Jahren im Verlauf seines Antritssbesuches in der USA gelernt haben, - dort wo jeder Deutsche Spitzenpolitiker scheinbar nocheinmal einen extra Eid ablegen muss, - da könnten Gesetze und Spielregeln der Realpolitik erläutert werden die auch Joschka Fischer davon überzeugen das die ganze Politik seines von ihm vertretenen Landes nur ein beruhigendes Kasperletheater für das Stimmvieh ist. Oder wie sonst soll man ihn verstehn wenn er zurück in Goood old Germany mit der Feststellung aufwartet, das wohl die Mehrheitsverhältnisse der Politik in Deutschland wandelbar sind, - nicht aber die Politik als solches. Das bedeutet nichts anderes als: Lasst uns weiter Demokratie Theater spielen, - Stimmen zählen, und debatieren, - Politik wird woanders gemacht, - nämlich immer über die Köpfe sowohl der Wähler als auch der Abgeordneten hinweg. Da kann man sich es als Realpolitiker doch nur noch in irgendeiner Ecke des Systems gemütlich einrichten. Ja, sie haben gewonnen, - den Marsch durch die Institutionen, den Wettlauf mit genau der Zeit die sie ab jetzt zum alten Eisen degradiert, - zum Blechschrott zum nicht mehr wiederverwertbaren. Satt, und Selbstzufrieden, - sitzen sie nun auf ihren gut geschmierten Wohlstandsärschen in den Parlamenten, fette Bezüge kassierend für magere Dienste, - oder einfach nur für die systematische Demontage dessen was ein Land eine Nation und ein Volk wirklich zusammen hällt.
 
Der Aufstand den ich herbeirufe ist kein Aufstand gegen die bestehende Ordnung, - es ist mein Aufbegehren gegen die bestehende Un-Ordnung, - die vorherrschende. Und an dieser Un-Ordnung haben diese GRÜNEN, diese ehemaligen Sandalen- und Wollpulli-Träger, diese miefigen bärtigen geschmacklosen Typen der 80er Jahre einen imensen Anteil. Dagegen muss man allmähläich aufstehen, auch vor dem Hintergrund das diese ehemaligen Freaks einfach nichts auf die Reihe bekommen was ihren ehemaligen Gegnern den Super-Kapitalisten und Super-Herrschenden wirklich Einhalt gebietet. Ich will den Aufstand gegen die jenigen die einmal auszogen um es besser zu machen, - Ein Aufstand dagegen, das wir nicht von Politikern regiert werden, sondern von den Aufsichtsräten welchen diese Politiker als Befehlsempfänger beisitzen. Diese Motivation zum Widerstand ist um einiges gewichtiger als der "Muff von 1000 Jahren" von 1968. Das Verfallsdatum dieser Generation reichte bis 2009.
 
Lasst uns weiter an einer Gegenkultur arbeiten, an einem Anti-Establishment Kultur-Terrorismus der diese ganze "GRÜNE" Politik Scheisse von heute vehemment in Frage stellt. Lasst uns Joschka Fischer, Claudia Roth, Cohn Bendit und dem ganzen giftgrünen Brei etablierter Grünen-Politik den Weg weisen in ihre Alters-Ruhesitze und künftigen Wohnstifte. Geben wir ihnen zu verstehen, - das wir von ihnen nicht mehr zu begreifen oder zu verstehen sind, - Es hat den Schrott von Gestern nicht mehr zu interessieren wer oder was wir sind, - Es genügt wenn sie uns von hinten und unten betrachtet als die Grosse Korrektive wahrnehmen, - die ihnen ihre 10% Berechtigung an allem geleisteten zugesteht, - aber 90% ihrer Errungenschaften wieder in Trümmer legen wird. Was haben diese Leute abgesehen von ihren Ego-Triips wirklich geleistet? Was wurde errungen für die Welt und die Menschheit? Und wenn die Welt und Menschen wirklich bereichert wurden durch ihr tun und ihr zigjähriges pausenloses Gelaber, im Verlauf der permanenten Diskussion, - wo im Herzen der Seele und im Leben eines jungen Menschen von heute kommt die Errungenschaft an????
 
Da sitzen Sie heute in ihren Talkshows, - die auch keinen Raum mehr lassen für Imprivisation oder einen zufälligen Verbal-Ausfall eines Geladenen im Hochsicherheitsmedienbetrieb der nicht zensiert sondern einfach ausblendet was ihm nicht passt. Da hocken dann die zum reden bestellten und diskutieren über den Amoklauf von Winnenden und begreifen auf der Suche nach der Lösungs-Formel zu diesem Massaker gar nicht das sie selber die Ursache mit sind, - die geistigen Brutkasten-Eltern einer Generation die ohne Wertemaßstab durch ein immer irrer werdendes Leben gehen soll, - denen man Ersatzstoffe bietet statt Antworten, - Multikultur statt Eigenart predigt, - denen man die natürliche Werteskala vorenthält im Tausch für eine konturlose Toleranz. Diese gezüchtete neue menschliche Künstlichkeit kann nicht anders als sich rächen wollen, - an ihren Erschaffern. Man lese MARY SHELLEY's FRANKENSTEIN als Allegorie zur Wirklichkeit von heute, in Bezug auf eine Jugend und die Raben-Elternschaft der 68er Generation.
 
Schaut Sie euch an, - eure "REGIERENDEN", - Die die einmal vorgaben Ganz und Gar anders und besser sein zu wollen als ihre viel respektableren Eltern, - sie sind der Inbegriff der Gewöhnlichkeit geworden. Ein neues linkes Spießbürgertum in neuer Spiesser Selbstverständlichkeit zwischen Bio-Frühstück, Rentner-Yoga der "taz" und dem selbstzufriedenen Mief ihrer "Freiheitlichkeit" ihrer unästhetischen Lockerheit, - ihrem ungefährlichen Engagement für den globalen Weltfrieden und ihrer Grünen-Menschlichkeit aus dünnem Eis. Dahinter Hasenherzen deren tägliches Ersatzgebet ein Bann-Ritual gegen Hitlerismus für ein gutes Gewissen ist. Ostermarsch Fronterfahrung, - unförmiger Bundeswehr Anorak mit "ATOMKRAFT NEIN DANKE" Button, ein paar Scheiss Platten von TON STEINE SCHERBEN in der Devotionalien Ecke. Eine Rio Reiser Autogrammkarte an der Pinnwand aus Kork, - aus der Zeit als er ironisierend davon sang, "KÖNIG VON DEUTSCHLAND" zu sein. Was kann es heute weiter noch bedeuten, ein 68er gewesen zu sein, - oder im Kielwasser der Aufklärer etwas hinterherzurudern? Meine Generation darf doch vor 30 Jahren nicht Punk geworden sein, um heute ausgerechnet den GRÜNEN hinterherzu rudern. Man kann doch nicht zur Speerspitze gehört haben um dann den Zurückgebliebenen wieder am Hintern zu kleben und deren Lob einzustreichen. Wir waren doch nicht Punk um die Grossvätergeneration in Frage zu stellen, - sondern die künftigen Spiesser in ihre Grenzen zu weisen. Und plötzlich kann ich DIE TOTEN HOSEN kaum noch von BAP unterscheiden. Das Ende dieser Welt in die das alles mündet ist die gähnende Langeweile des linken Spiesser Idylls der LINDENSTRASSE. Eine Furzkissen-Produktion der "Menschlichkeit", - ein Wohnzimmer- und Familienersatz für das eklärte neue Spiessbürgertum, - für Leute die zwischen Yoga-Selbstfindung und Bio-Ernährung immer wieder mal die Tradition des GESICHT ZEIGENS pflegen, - in demonstrativen Spaziergängen denen der Hauch von zivilem Ungehorsam anhaften soll. Aber diese stereotypen Gesichter die sie zeigen, - die demonstrieren doch nichts revolutionäres mehr, - die demonstrieren doch nichts anderes als das sie zu den gestrigen gehören, - zum absolut alten Eisen, sowohl des Lebens als auch zum Schrott der Geschichte. Ergrauter Gesichtspudding, stoppelbärtig Bio-genährt, überholt von all dem Unbeschreiblichen was sich über und unter ihnen zusammenbraut. Scheisse aussehn wie MICHAEL MOORE scheint ihre Devise zu sein. Und selbst wenn GRÜNEN Politiker keine Wollpullover mehr tragen sondern sich in Anzügen präsentieren und sich in den Schickimicki Restaurants von Berlin ihr entspanntes Stelldichein geben, - Sie bleiben unter ihrer Selbstzufriedenenheit jakobinischer Pöbel die mein Land, meine Heimat nicht lieben, - und Mächten und Interessen zuarbeiten die ich nur als absolute Gegner im Spiel der Kräfte begreifen kann. Nochmal, - wenn es ihnen um die viel zitierte Weltverbesserung ging, - wo sind nach 30 Jahren Anstrengung ihre Erfolge? Was ist besser geworden, - was hat sich zum besseren verändert? Perfekter ist vieles geworden, - der Sicherheitsapparat und der systematische Ausverkauf von Land und Leuten, - perfekt auch die Demontage und zunehmende Instabilität hier zu Lande. Schöner und besser und lebenswerter, - das Privatleben GRÜNER Spitzenpolitiker, - zweifelsfrei. Aber wie lange noch? Draussen in der von ihnen erschaffenen Wirklichkeit braut sich etwas zusammen. Das künstliche Leben des Monsters das man erschaffen hat aus den Zutaten von Freiheitlichkeit, Multikultur, dem zerstören der Werteskala dem fördern der Egalität, dieser künstlich erschaffene junge Mensch der Ausweglosigkeit sinnt nach Rache, - Er hat keinen Gott, - er hat keine Vergangenheit, keine Gegenwart, keine Zukunft, kein Ziel, - und weiss um seine verdammte Künstlichkeit. Der neue Mensch den sie aus den Leichenteilen der französischen Revolution neu zusammengenäht haben, - bewegt sich jetzt durch die Gesellschaft, - weiss so recht nicht was es sucht, - kennt auch die Fragen nicht mehr auf die die Gesellschaft auch keine Antworten mehr kennt. Monströses aufbegehren, - Amokläufer, - Selbstzerstörer, - Ausweglose. Im Grunde alles keine wirklich potentiellen Killer, - sondern Menschen denen wie Frankensteins Monster die Frage nach ihrer Seele unter der Haut brennt, - die Frage nach dem Blut, das die Information der Abstammung mit sich trägt, - die Frage nach den Eltern, - den Ahnen, dem Sinn, dem Sein. Das Monster von Frankenstein, - in der Tat letztendlich ein tragisches mordendes Geschöpf auf der Spur seines Schöpfers Rache nehmend, - für sein entbundenes Sein aus der göttlichen Ordnung. Man beachte den Dialog zwischen Monster und Schöpfer in der Verfilmung mit Robert de Niro in dessen Zusammenhang das Monster in seiner Verzweiflung die Fragen stellt von denen die künstlichen Geschöpfe von heute so weit entfernt sind, das nur nur noch ein Instinkt sie leitet. Oder die ganz frühe Frankenstein Verfilmung in schwarz-weiss, - mit Boris Karloff, - die Szene in der das Monster etwas wie Seelenfrieden empfindet im Beisein des erblindeten christlichen Einsiedlers. Grosse Symbolik. Dr. Frankenstein und die "68"er, beides experimentierfreudige "Weltverbesserer" beide im Labor-Versuch gescheitert den Neuen Menschen zu erschaffen, - das von Gott und Heimat befreite bindungslose neue Ideal. Das Monster und die zur Grenzenlosigkeit gezüchtete Jugend, - beide verzweifelnd an der inneren Leere und dem Phantomschmerz um das was ihnen vorenthalten blieb von ihren Schöpfern. Einen Generationenkonflikt der dramatischer ist als alle Vorrausgegangenen.
 
Eine Gesellschaft in der zwischen Jugendlichkeit und Erwachsensein die Selbstzerstörung oder das Massaker im engsten Umfeld als Lösung und Erlösung von allem Übel immer öfter in Erwägung gezogen wird muss mit ihrem Latein einfach am Ende sein. Mann kann eine Armee aus Sozialpädagogen dagegen anschicken, - zum Zeitvertreib oder zur Gewissensberuhigung, - aber diese Armee wird zerrieben, - solange sie die Konsequenz scheut unter dem Banner einer hierachischen Ordnung zu wirken. Womit ich kein zurück zur Autorität des Rohrstocks meine.
 
Das müssen auch die der 68er verstehn lernen, - das ihre Tradition von einer nachfolgenden Generation einmal in Frage gestellt wird. Und Joschka Fischer wird sicher das grösste Verständnis dafür haben, - das eine andere Generationen ihnen wiederum auch mal aufs Dach steigen möchte.
 
Eine un-regierbare Macht müssen wir sein, - un-regierbar für diejenigen die wir als Respektsperon oder Autoritäten absolut nicht anerkennen können.
 
Wir müssen uns nur immer wieder DIE GUNST der Stunde vor Augen führen, - wie beschissen alt diese Generation jetzt da steht, - mit ihrem "taz" Abo und den immer blasser immer etablierter wirkenden Ikonen des Internationalismus. Ihre Themen auf denen sie jahrzehntelang rumkauten bis es nur noch Brei war. - für Gebisslose Demonstranten.
 
Wo sind die wirklichen Errungenschaften die die Welt besser gemacht haben - wo ist der Verdienst dieser Generation. Was könnten Sie ihren Grossvätern und Eltern die sie verleugnet, verurteilt, verflucht haben in ihrer Anmaßung denn in ihrem Siegreichtum als das grosse Plus ihrer Herrschaft entgegenhalten?
 
Amoklaufende, um sich schiessende Ausweglose? Ein Heer von sinnlos umherrirrenden Jugendlichen die vor lauter wertloser Freiheit ausser sich gerät und deren Gewaltausbrüche und Selbstzerstörungstriebe ein kollektiver Schrei nach Grenzen bedeutet. Nicht das martialische Video-Spiel macht einen irritierten Jugendlichen zum Killer, - sondern die Hasenherzen der medialen Öffentlichkeit die als Leitbilder einfach nichts taugen.
 
Das alles muss Aufnahme finden in die Erfolgsbilanz der 68er Generation, - Die Schulhof Dramen, - die verängstigten Lehrer, die schießwütigen Schüler, die kaputten sich selbstzerfleischenden Familien, - die vom Vater erwürgten Kinder, die von den Müttern verscharrten Babys, - der ganze moderne menschliche Fleischabfall, zwischen "Ehrenmord"-Massaker und Eifersuchtsdramen, Überschuldungs-Selbstmord und Ehe-Krieg. Monströs. Modern. Fortschrittlich. Aufgeklärt. Abgebrüht. Freie Wahl der Mordwerkzeuge und der bunten Parteilichkeit für die man sich entscheiden kann, - zwischen Video-Spiel und dem Wechselspiel von Auf die Fresse bekommen oder selber schlagen. Immer hübsch gegen Nazis sein und das Dritte Reich, - aber was ist das für eine "Menschlichkeit" die da draussen um sich greift. So weit weg vom Nazitum, - und doch soviel blutige Steinzeit, soviel zermatschtes Fleisch und soviel kraftlose Worte "neuer" moralischer Instanzen.
 
Die GUTFRIED Bewegung, - angeführt von Johannes B. Kerner als Anstandswauwau des öffentlich rechtlichen Medienbetriebs, - Geflügelwurst Charisma. Wenn so einer den politisch korrekten Zeigefinger reckt, - dann ist diese Errektion trotzdem nichts anderes als eine wohlfühl Seifenblase für ein Gewissen das sich nur vorgaukeln lässt, - keinen Ankerplatz ausserhalb des Bildschirms findet, - und gerade deswegen irgendwann sicher noch mit einem seltsam behafteten Ehrenpreis für "Couragiertheit" belohnt werden muss. Da hilft es auch nicht das man nen guten Anzug trägt, - unterm Strich bleibt es Wollpulli und Sandalen-Mentalität.
 
68er, das sind heute nicht nur die 68jährigen die in ihrer Begeisterung übers Ziel hinausschossen und ihr Altersproblem noch nicht so richtig erkannt haben. Das können im Kielwasser dieser Etablierten Sesselfurzer durchaus auch 17- über 40jährige sein. Das neue linke Spiessertum eben. Wir sind an dem gewissen Kulmionationspunkt angelangt wo der Student einer "schlagenden Verbindung" wieder revolutionär zu wirken im Stande ist, - wo ein Bursche im Stil eines JUNCKERs wieder Charisma verstrahlt und mit der Gelassenheit eines Dandy die beschissene Lockerheit eines ehemaliger Freaks bei weitem überstrahlt. Die "taz" mag heuer ihren 30sten Geburtstag feiern, - aber, das wars dann auch schon. Von hier aus heisst es Abschiedswinken. Ende der Fahnenstange. Man schau sie sich an, - die Übriggebliebenen und die dazugekommenen am Redaktionstisch dieses Rentner-Organs. Mit diesen Leuten ist nicht mehr zu rechnen. 60.000 gedruckte Exemplare, davon kommen jetzt immer weniger noch an.
 
Wir müssen ihnen den Weg weisen, - in die Altersruhesitze, - in die Altenheime und Seniorenstifte wo es sich mit Bionahrung, Yoga und sonntaglicher Lindenstrasse statt eigenem Kinderbesuch locker und unbeschwert weiter leben lässt, - vielleicht bis über 100, wenn man das als erstrebenswert erachtet.
 
Ich kann diese Leute nicht anders betrachten, - und will sie langfristig einfach nur gut aufgehoben wissen, - mit ihrem Glauben an ein Weltbild das sich mehr und mehr selbst zerstört. Ich kann alles was in diesem Selbstverständnis vor sich hin-mieft nicht mehr ernst nehmen, - nicht einmal mehr als eine gegnerische Gefahr, - Es spielt auch keine Rolle ob jemand wie ELKE HEIDENREICH je Hippie war oder nicht, - und auch nicht das sie jetzt die Mutter Nation der literarischen Hochkultur geben muss, - Es ist alles "68", - auch Schlingensief mit 48,- ist "68", - Alles "68er", alles weit davon entfernt noch revolutionär zu sein, - Alles etablierter überholter Scheissdreck der nichts mehr zu melden hat und dessen Töne nicht mehr Ton-angebend sind.
 
Merkel, - Steinmeier, Westerwelle, egal ob nun Grün, Rot, Schwarz, Alles "68", alles etablierte Sülze, alles Jakobiner Kinder. Alles "1789". 220 Jahre alter Mief, - ein Gespenst von dem ich mich weder beeindrucken noch regieren lasse.

jk april 09
 


SIE ZEIGEN GESICHT!