NICHT BRUCH SONDERN WANDLUNG

Basierend auf seiner 1946 in New York City erschienenen „kleinen Schrift“ „ERNST JÜNGER - die Wandlung eines deutschen Dichters und Patrioten“ bemerkte Karl Otto Paetel in seinem 1949 bei Klett erschienenem Buch, auf Seite 36, die unverändert im Raum stehende Tatsache, „...daß Wandlungen in der Stille vor sich gehen, sich im Werk äußern und nicht in journalistischen Reueerklärungen“

In Hinblick auf musizierende Szenekultur, Grauzonenband-Diskussionen, Aussteiger, Umsteiger und die höhere Kunst innerer Läuterung und stilleren Wandels, bewegen wir uns im Folgenden aber fernab des Jünger,schen Kosmos und beobachten zwischen morastiger Niederung, weltanschaulichen Irrgärten, Hegemoniekämpfen und der Luftschlacht um die deutschen Charts die allmähliche Verlorenheit rigider Entweder-Oder-Stellungen im Schützengrabenkrieg der Hartnäckigsten auf beiden Seiten der Extreme.

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Was wir im geschichtlichen Rückblick auf den NS-Widerstand nicht vergessen dürfen, ist die Tatsache , dass es einmal einen mühevollen Antifaschismus linker und rechter Gesinnung gab, und dass dieser opferbereite Antifaschismus im Gegensatz zu heute für niemanden eine Luxusveranstaltung war.

Karl Otto Paetel, als ein aus sozialistischem Patriotismus kommender Zeuge Jünger,scher Wandlung, war einer jener streitbaren Geister eines ebenso patriotischen wie höher rangierendem Antifaschismus, in dessen Spannungsfeld die Freundschaft zu Ernst Jünger genauso selbstverständlich war wie die zu Willy Brandt - ohne inneres Biegen oder einer Abweichung seiner sozialistischen Selbst-Verortung in einem menschlichen Patriotismus.

Wir steigen hinab in die betongraue BRD-Langeweile einer neuen Freiheit, welche viele Jugendliche zwischen innerer Leere und dem Misstrauen gegenüber der Erwachsenenwelt orientierungslos zurückstehen ließ vor den strebsamen Schachzügen einer Vätergeneration, die, nach dem Aufbauwunder der Kriegsgeneration mit dem weiteren Ausbau und Feinschliff beschäftigt, kein Gespür dafür hatte, mit welcher neuen Wucht der Zeitgeist auf uns einzuwirken suchte und welche Art weltanschaulicher Stromstärken uns umspülten. Nicht wir selbst, sondern gespenstische Winde aus den Peripherien gesellschaftlicher Verworfenheit und neuem Außenseitertum versprachen uns ein neues, ein gerechteres Zuhause, - und den Bau einer alternativen Welt oder gar eines Reiches. Der fahrende Zirkus der weltanschaulichen Anbindungen versprach jedem jungen Mitreisenden genau das, was er suchte, wenn er sich nur einschreiben würde in die brandneue Dazugehörigkeit auf dem alten Spielbrett von Entweder Oder. In dieser Energieanbindung gingen wir fehl. Ich wusste als Jugendlicher nicht, wohin mit mir, fühlte links, fühlte rechts, fühlte Mitten,- und weil mein inneres Resonanzfeld mir aus den tieferen Zusammenhängen der Vergangenheit nur fühlbar, aber noch nicht begreifbar war, und das darüber liegende Kraftfeld sich noch im Aufbau befand, musste ich die Strömungen der Zeit, in die ich gestellt war, als die altbekannten Zerrkräfte wahrnehmen, die mich in äußere Spannung setzten.

Diesen externen Zerrkräften eine innere Kraft entgegenzuhalten, die das Entweder Oder Gesetz der Welt zu einem inneren Sowohl als Auch Selbstverständnis zu bündeln versteht, das braucht Zeit und Kraft und reichlich Gelegenheit, sich auch zu verirren auf einem Lebensweg, der ein eigener sein muss.

SOUNDTRACKS ZUM UNTERGANG

Nach Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und kalter dritter Weltkriegsfühligkeit warfen Neonazismus, Rote Armeefraktion, Punk- und Skinheadszene nicht nur die apokalyptischen Schatten unserer heutigen Gegenwart voraus, sondern brachten ein Schattenspiel zur Aufführung, welches aus den Verdrängungs-Energien unserer Eltern und Großeltern resultierend eine Ruinenhaftigkeit von Vergangenheit und Zukunft an die Wände einer Gesellschaft malte, die sich auf der Flucht vor Vergangenem und dem verdrängten Schmerz der Kriegs- und Nachkriegszeit in fortschrittlicher Unverwundbarkeit und wirtschaftlichem Wachstum übte. Unser Soundtrack zum Untergang speiste sich aus dem, was uns hinter den neuen grauen Fassaden der Gegenwart wie die kompensatorische Lebenslüge von Etwas mutete, das sich uns nach Außen als neues Selbstbewusstsein verkaufen wollte, innerlich aber noch zu sehr von erlebten Traumata zerrüttet, in befremdlicher Weise für uns fühlbar wurde. Der Soundtrack dazu war Rocknroll, Beat und Glamrock. Aber alles war noch Erbmasse, Beatles, The Who, alles vererbtes Kulturgut, alles grandios, aber alles entweder Second Hand oder wie THE SWEET und die BAY CITY ROLLERS als Zeitgeistgeschenke von Außen in bereichernder Weise fühlbar und erlebbar werdend. Alles passte noch Zusammen. Das Poster von THE SWEET, Der Kalte Krieg in der Tagesschau, die Weltkriegsdoku auf Südwest 3 , RAF Terrorismus und der sonntägliche Gottesdienst in der Dorfkirche. Alle Grenzen waren abgesteckt, alles Land verteilt, alles hatte wieder seine scheinbare Ordnung. Eine neue Ordnung, aber die Spielregeln waren die alten geblieben - auch und gerade bei denen, die in den 60ern ihre jugendlichen Protest-Stimmen erhoben und sich den Nachwachsenden als den letzten Schrei modernen Aufbegehrens präsentierten. Wir, die wir von Anfang bis Mitte der 60er geboren wurden, bekamen das alles ja nur in Form aufgewirbelten Windes zu fühlen. Wir harrten wie Schläfer in gefühlter Unzuständigkeit der höheren Marschbefehle bis zum Erscheinen der Stranglers auf dem Bildschirm und dem brachialen Weckruf der Sex Pistols.

In dieser Stunde Null, 1977/78 wurden wir von etwas berührt, das uns wie etwas eigenes mutete. In der Grundenergie des Punk schienen sich die äußeren Zerrkräfte, die mich so zerrissen machten, in ein inneres Spannungsverhältnis zu setzen - zunächst aber nur fühlbar und theoretisch. Was immer es war, was sich der Musik und dem Auftreten der Protagonisten hier mit unterschob, es hatte die Kraft tektonischer Plattenverschiebung.

In Deutschland aber kippte der Punk schnell wieder in das alte Fahrwasser derer, die glaubten, der große menschliche Gegenentwurf zu den Mitläufern des Dritten Reiches zu sein. Der neue energetische Maßstab war schneller gebrochen, als er zur Anwendung hätte kommen können. Links war wieder links, Rechts war wieder Rechts, Mitte blieb Mitte und die Welt war wieder Scheibe und Schachbrett in einem. Nicht Ying und Yang, sondern Spaltbetriebsamkeit auf allen Ebenen. Punk in Deutschland wurde genauso idiotisch wie eine Friedensbewegung, von der ich nicht glauben konnte, dass sie den Frieden, den sie verspricht, auch wirklich mit sich trägt. Als Punk im linksextremen Selbstverständnis zu stagnieren, das blieb den Idioten vorbehalten, die dann vom Gnadenbrot derer zu leben suchten, die als rotgrüne Machthaber ihre Stellungen im Polit-und Kulturbetrieb ausbauten. Die meisten aber vermochten sich doch über Post-Punk, Gothic und feinere Elektronik in konstruktivere Fahrwasser zu bringen. Neofolk und Konservative Avantgarde bildeten Brückenköpfe höheren Anliegens, tieferer Bedeutsamkeit und schmälerer Breite, über die man nur vereinzelt zu differenzierterer Weltsicht geriet - was Verdachtsmomente nach allen Seiten erwecken musste.

Ab Ende 2010, in den ersten Jahren meines Erholungs-Urlaubes an den Gestaden des Mainstreams und den Uferpromenaden gesellschaftlicher Oberflächlichkeit, wurden in lockeren Gesprächsverläufen auf leichtem Begegnungsterrain hier und dort Fragen vor mir erhoben, die mich aus der Seichtheit des Momentes sofort wieder in die unterirdische Tuchfühlung meiner Underdog-Verortung brachten. „Ob ich ein Aussteiger sei ?“ „Warum ich meine alte Website noch nicht gelöscht habe?“ und dergleichen mehr. Man hätte mich in diesem Zuge auch nach Passierscheinen und Beglaubigungen fragen können, die mir das selige Recht geben, auf der Sonnenterrasse des Lebens meinen Kaffee zu genießen, ohne mich von der Tatsache meiner subkulturellen Ächtung und gesellschaftlicher Verworfenheit tangieren zu lassen.

Vor solcher meiner sich nicht trüben wollenden Seelenruhe nun warfen sich in vertrauter Regelmäßigkeit die Leichentücher mitmenschlicher Irritationen und rätselndem Befremden vor mir auf, während hinter den sich langsam aufbauenden Fronten menschlicher Irritation noch kritische Fragestellungen ausgehoben wurden - nicht mit geistigem Spaten und schwerem Gerät, sondern wie mit Sandschippchen an einem sonnigen Meeresstrand gähnender Establishment-Langweile. Nur mit wenigen Menschen lohnt es sich die seelischen und psychologischen Tiefen und Ursachen näher zu beleuchten. Fragen aus einer Establishment-Welt, welche genauso gut eine Scheibe sein könnte, in ihrer mich hinterfragenden Flachwüchsigkeit. Ein Aussteiger? Von wo soll ich ausgestiegen sein? Ich bin ein- und aufgetaucht, ohne mich irgendwo eingeschrieben, eingeschworen oder verpflichtet zu haben. Warum meine Netzseite löschen? Was die weltlichen Oberflächenbewohner der leichteren Verdaulichkeit wegen hören wollen, sind schnell nachvollziehbare reumütige Rosamunde Pilcher Geschichten leichter Verdaulichkeit über das Brechen mit einer Vergangenheit, von welcher man nicht mehr zu hören wünscht, als das der Patient nun genesen ist und die Vergangenheit mit deutlichem Verweis auf eine erkennbare Bruchstelle hinter sich zurück gelassen hat.

Diese Geschichten können aber nur Leute erzählen, die soviel Dreck am Stecken haben, das mit dem Brechen der Vergangenheit auch der Wunsch verbunden ist, das sie belastende Kerbholz hinter sich brechen zu wissen. Hier ist der Bruch die zwangsläufig letzte Konsequenz. Sie brechen mit der Vergangenheit, tun Buße und bekennen sich nicht selten plötzlich zum Glauben derer, die ihnen die Buße abnehmen, und um sich vor sich Selbst wie mit einer Art notarieller Beglaubigung ihrer neumenschlichen Unbedarftheit ausweisen zu können.

Ich dagegen kann mich nicht einmal in meiner Eigenschaft als Schiffbrüchiger ausweisen, weil keiner mich an mir Selbst strandend in den eigenen Bruchstücken hat liegen sehen. Ich muss mit keiner Vergangenheit brechen, weil alles, was ich erlebt und erfahren habe, meine persönliche Entwicklungsgeschichte ist, weil die Brüche tiefer noch als Knochenbrüche in mir Selbst vonstatten gingen und weil der damit verbundene Schmerz und die Unsicherheiten, die einen begleiten, von keinem plakativen Brech-Reiz betrieben ins Demonstrative streben, sondern auf Transformation, Entwicklung und Wandlung hin angelegt sind. Nicht selten ist der nach außen vollzogene rituell mutende Bruch einfach nur ein Kehrseiten-Wechsel der gleichen Medaille, wo das, was einmal die Glanzseite war, im Handumdrehen des fliegenden Gesinnungswechsels zur Schattenseite erklärt wird. Meine Münze jedoch steht waagrecht, im Lot meiner menschlichen Widersprüchlichkeit, die nicht verleugnet, sondern in Balance gehalten sein will.

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Die Hardliner und diejenigen, die sich eine Zeit lang verlaufen haben, die mögen mit ihrer Vergangenheit oder ihrem Primitivismus brechen.

Für mich ist alles immer noch: Abenteuer Leben!

Auch ohne irgendwo verpflichtend dazu zu gehören, einfach nur durch meine Bewegungsfreiheit über das hohe Parkett bis hinaus und hinab in die periphere Prärie außergesellschaftlichen Daseins, beobachte ich als verflucht freier Reisender auch die weltanschaulichen Bewegungsabläufe von Menschen, die in fester Überzeugung, das Richtige zu tun, mit Haut und Haaren, leerem Herzen und verlorener Seele eine Zeit lang glaubten, entweder die wahre Gemeinschaft oder das hohe sinnstiftende Ziel für sich gefunden zu haben.

Mich interessierten keine Mitgliedschaften, keine Dazugehörigkeiten, kein Zusammenstehen als Notgemeinschaft, keine Zirkel und verschworenen Gemeinschaften, keine Stammtische und Parteien. Ich hatte immer das Gefühl, dass der deutsche Boden bis auf weiteres zwar weltanschauliche Begegnung, Bewegung und Austausch begünstigt, aber entweder noch zu morastig war, um schon darauf bauen zu können oder zu hart, um Fundamentales zu wirken. Beides in Einem.

Deswegen war meine persönliche Ambition im Kulturkampf nicht auf territoriale Eroberung ausgerichtet, sondern auf Luftkrieg in einer wilden Durchmischung aller relevanten Szenen des alternativen Musikbereichs mit der Konservativen Avantgarde, deren fließende Flanken zwischen 1998 bis 2005 in der Phase ihrer mitreißenden Stromschnelligkeit offen sein mussten für alles und Jeden, der eine Anziehung verspürte, um ein unverbindliches Ein- und Ausfahren zu ermöglichen. Und viele junge Extremisten fanden im Laufe dieser Zeitspanne über diese neue Randströmung zu einem entspannteren patriotischen Selbstverständnis und zu sich Selbst zurück.

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In der Konservativen Avantgarde und dem Neofolk in Europa wurden deutsche und europäische Geschichte weder exorzierend noch exerzierend, sondern zunächst einmal in provokanter künstlerischer Ambivalenz durchfahren, bewältigt und transformiert. Ich kenne niemanden, der sich hier hat mitreißen lassen und zu einem ideologischen Härtner geworden wäre. Ich verstehe aber auch die Wandlung von Menschen, die in jungen Jahren einmal links waren und in reiferen Jahren zum Konservativismus oder einer gemäßigten Rechtslastigkeit tendieren. Man tut ihnen Unrecht, sie als Wendehälse zu diffamieren, denn von einem dogmatischen linken zu einem undogmatischen rechten Selbstverständnis sind es keine plötzlichen Kehrtwenden, die sie auf ebenem Terrain vollziehen, sondern ansteigende Windungen, deren Streckenverlauf man sich hart erarbeitet. Wer dann schon die Erfahrungen gemacht hat, das der „Genosse“ sich charakterlich nicht zwingend von der übrigen Menschheit unterscheidet, der bringt auch einen geerdeten Vorbehalt gegen jeden mit ein, der auf weltanschaulicher Basis das Kameradschaftliche zu sehr betont und damit sowohl die vermeintlichen Kameraden, als auch sich Selbst betrügt.

Man kann aus einem pervertierten kameradschaftlichen Anspruch heraus aber auch jeden politischen Vorwand einfach fahren lassen und direkt die Abwärts-Spirale in die Pseudo-Ehr-Gefilde des organisierten Verbrechens oder der Kleinkriminalität nehmen. Und ich verstehe die Verstrickungen des „patriotischen“ Bodensatzes in Prostitution und Drogenhandel nur dann, wenn ich die patriotische Grundhaltung dieser Leute als eine Lebenslügen-Grundierung verstehe, so wie linkerseits das kategorische Ausblenden von Mord und menschlichem Elend hinter der privaten Drogenzufuhr auf Alltagsniveau. Die Ausmaße beiderseits sprengen den Rahmen jeglicher Gegenpol-Einbeziehung.

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Wir können wechseln, von einem Niveau aufs andere und von einer Weltanschaulichkeit zur nächsten, aber es ist nicht das, was die Verortung uns verspricht, sondern das, was wir uns von der Verortung versprechen oder erhoffen, das darauf angelegt ist, uns letztendlich zu ent-täuschen, weil nicht wenig von dem, was sich jemand von seinem Einstieg verspricht oder das, was die Sogkräfte des Einstiegs einem versprechen, falsche Versprechen sind. Nicht selten begegnen wir den äußeren Personifizierungen unseres spiegelverkehrten inneren Selbstbetruges als Kameraden und Genossen oder nur vermeintlichen Freunden, die ihren Dolch so heimlich an uns bemessen, wie wir uns selbst in aller Heimlichkeit dem inneren Verrat preis geben.

Und so landen wir hier oder stranden dort, und es ist mühsam und unangenehm, sich den Schiffbruch an einer Klippe selbst zuzuschreiben - gerade dann, wenn der selbstbetrügerische Weichzeichner der letzten Hoffnung oder die härtere Gangart der Kompensation einem die Schein-Kulisse des ersehnten Ufers vor den wirklichen Horizont der Verlorenheit schiebt.

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Das Ringen um Selbsterkenntnis rangiert nicht hoch in den Gefilden der Normalität. Ein ungeschriebenes Gesetz mahnt den neuen Spießer-Typus, sein Weltbild bis zum Jahre 35 gefestigt zu haben, weil es Sicherheit und Ordnung verheißt. Welche Ordnung, welche Sicherheit, und zu welchem Preis?

Ich hatte meine Weltbild-Visionen als Kind in der Badewanne, im meditativen Betrachten der Schaum-Bewegungen auf dem Badewasser, beim zeitlupenhaften Treiben der tektonischen Restschaumplatten auf dem Wasserspiegel, im berührenden Absorbieren, im Abstoßen oder im sich Teilen von kontinentalen Schaumplatten durch mein Still halten oder mein gezieltes Bewegt sein. In chiffrierter Weise offenbarten sich mir hier höhere und tiefere Beweggründe zum Verständnis der Welt, als es ein schablonenhaftes Zimmern an Weltbildhaftigkeit mir versprach. „Mit 35 Jahren ist das Weltbild gefestigt !“ Und mit 80 bist du so gut wie tot, mit deinem Weltbild, das dir verspricht, ein Bild zu sein, aber nur ein Rahmen ist für den Spiegel, in den du selbst nie zu schauen wagtest.

Darin besteht das sich weiter in den Fortschritt hineinfressende katastrophale Versäumnis der Jugend des Westens, das wir in eine so flache Weltbetrachtung hinein getrieben wurden und werden, ohne an eine Erkenntnis unserer Selbst erinnert zu werden. Das Maß zum Bau eines Weltbildes ergibt sich aber nicht aus der genauesten Weltbetrachtung, sondern der tieferen Selbstbetrachtung und einem Gefühl für die Höhen und Tiefen menschlichen Seins.Wo dieses innere Maß und die magischen Formeln einer inneren Bauhüttenkultur nicht ins Weltbild übersetzt werden, entstehen Verzerrungen, Irrungen, Wirrungen und jenes Außer-Sich-Geraten junger Menschen, die das verlogene Weltbild entweder selber irgendwann zerstören, oder selber durch diese Bildlüge soweit verstört werden, dass eine Selbst-oder Fremdzerstörung zwangsläufig ist. Den Außenseiter und gefühlten Sündenbock reißen die Zentrifugalkräfte in kein höheres Weltverständnis, sondern durch die instinktive Suche nach seiner inneren Verlorenheit, über das Weltliche hinaus in die Stratosphären noch schrägerer Weltbildlügen als die jener schiefen Normalität, von welcher er sich abgestoßen fühlte. Die Gesellschaft will sich in solcherlei schiefen Weltbild-Vertretern nicht wiedererkennen. Die Verzerrungen und Abnormitäten, die er in politischen Extremisten oder expressionistisch verzerrten Typen asozialer Drogenkonsumenten wahrnimmt, werden als so unerträglich empfunden, weil die verwandtschaftliche Nähe zur eigenen verleugneten Schieflage oder der theoretischen Möglichkeit zur Schieflage ein starkes Abstoßprinzip befeuern. Das Normativ des Allerweltbürgers und das des Außenseiters generiert sich aus der gleichen Scheu vor der eigenen Selbsterkenntnis. Der Unterschied zwischen Beiden liegt einfach nur darin, dass der Außenseiter, Abstürzler und Umstürzler die Niveaugrenze seiner Ab-und Untergründigkeit hinter sich deutlich markiert hat. Eine Weltbetrachtung ohne inneren Bezug zu dem Kosmos der eigenen Innerlichkeit ist eine bildnerische Milchmädchenrechnung. Man kann darin verharren, sich eine Odyssee schreiben oder sich wie die Mehrheit in der Atmosphärendichte seiner allgemeinen Dazugehörigkeit einnisten.

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Für den heranwachsenden Jugendlichen kann es so verkehrt nicht sein, erst einmal dem sozialen und menschlichen Fühlen in sich Raum zu geben und im weiteren persönlichen Engagement an linken Einrichtungen und alternative Jugendzentren andockend eine gewisse „menschliche“ Lehrzeit lang tiefer in der dort vorherrschenden Weltanschauung einzuchecken. Dem kribbelnden Schmetterlingsbefall im Bauchgefühl eines verliebten Jugendlichen im zarten Verbund mit dem ersten Frühling blühender Sozialromantik folgen unweigerlich der erste ernüchternde Herbst und ein schmerzlicher Winter abgekühlten Enttäuscht Seins. Mit der ersten zerbrochenen Menschlichkeits-Illusion, der ersten enttäuschten Liebe, dem unerbittlichen Diktat von der Herbstkühle saturnischer Lebenskämpfe und dem gestrengem Ego-Winter beginnt die Vertreibung des jungen Menschen aus dem Paradies der letzten Menschlichkeits Utopie. Und weil das unsichtbare, über der Menschlichkeit pendelnde Damoklesschwert nicht anfechtbar ist, muss die winterliche Unmenschlichkeit in Stellvertretern bekämpft werden, zum Schutze der Menschheit, und ab dort schaltet sich die elektrische Fußbodenheizung eines guten Weltgewissens und das kühle Licht der Erkenntnistheorie ewig währender menschlicher Wärme ein wie ein gefühltes Versprechen von fernem Welt-und Menschheitsbefriedung zum Kopfgeldpreis aller Unmenschen, die zur Bekämpfung anstehen an den Kaltfronten des öffentlichen Lebens und der politischen Verortung. Die Jagd beginnt. Die Welt kann in immer neueren Anläufen umrundet werden.

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Zwangsläufig brüchig wird es dort, wo Teenager ihre familiären Bindungsdefizite im Rekrutieren von Wahlverwandtschaften weltanschaulichen Verschworenseins kompensieren müssen. Das ist rechts genau das gleiche wie links, und je früher der extremistische Spuk beginnt, desto schneller ist er auch wieder vorbei. Beide Extreme beziehen ihre variierenden Stärken und Gewalten aus der relativen Kurzzeitigkeit politisierter jugendlicher Durchlauferhitzung. Wer dort stagniert, der verbrennt, verglüht und verpufft mit den dort vorherrschenden Energien. Manche wechseln die Seiten, viele steigen in „feinere“ Gefilde des politischen Engagements auf und die meisten verlieren sich abfließend in Familiengründung und Berufsalltag. Wir haben es hier tatsächlich mehr mit Fließbewegungen, Strömungen und Elektrisierung zu tun als mit andauernder Stagnation und Verhärtung oder stehenden Heeren und es braucht mehr Wechselstrom in der jugendlichen Kriegsführung, statt der ewig gestrigen Explosivität auf beiden Seiten der weltanschaulich aufgeladenen Flußlandschaft.

Die nicht fließenden, die mit Sprengstoffgedanken, Rachephantasien, dem Tag X und privater Aufrüstung beschäftigten, tiefer wurzelnden Radikalen, die sich weder biegen noch brechen lassen, bleiben in ihrer an sich lieblosen Heimatlichkeit weiter nur dem seelischen Totenreich der Selbst- oder Fremdzerstörung verpflichtet. Und auch die Vertreter des nationalen Selbsthasses, die nicht ablassen können vom gebetsmühlenartig sich wiederholenden Glaubenssatz, dass Deutschland sterben muss, sind gespenstiger Natur.

Wer hinter wirklich unmenschlicher Fassade irgendwann einmal schweißgebadet aus den träumerischen Rachegefilden seiner Schutzhaut von künstlicher Eiseskälte erwacht, kann und muss vielleicht sogar als staatlich subventionierter Aussteiger Karriere machen. Aber hat er dadurch wirklich zu sich Selbst, oder nur in eine neue Form des Kompensierens gefunden?

Sie wirken in ihrem Befreit sein von ideologischer Verhärtung und den radikalen Positionen, die sie einmal vehement vertreten haben, durchaus entspannt und sympathisch, und trotzdem bleiben sie mir befremdlich, wenn ihre Wendung die 180 Grad Marke erreicht. Die Erfahrungswerte, die sie einbringen, sind ihrer eigenen damals gelebten Natur gemäß nur präventiv nutzbar. Wo die Biographie der geleisteten Abscheulichkeit wegen zu tiefe Brüche aufweist, werden auch keine Bodenschätze weder entbunden noch befördert, weil es in den Niederungen der mit Überzeugung vertretenen Härte außer einem sich anschließenden Selbstekel nichts zu gewinnen gibt.

Ich rede hier von jenen Härtnern, die, aus welcher untergründig psychologischen Urtriebigkeit heraus auch immer, ihrem Hass, ihrer Brutalität und Abschäumigkeit eine Identitäts förderndere politische Andockstelle finden mussten. Von dort aus eine Transformation zu betreiben, ist schwer. Der Ausstieg kann hier eigentlich nur bruchhaft erfolgen, wenn hinter der Abgründigkeit, der man entsteigen will, nicht doch noch eine echte heimatliche Substanz ihrer erlösenden Erhöhung harrt. Aber meist stellt sich heraus, dass der heimatlich nationale Bezug nie mehr als ein halluzinierter Vorwand war. Wenn ich diesen Zusammenhängen gerade eine identitäre Note beigemischt habe, dann versteht diese sich subtil und unbewusst und in deutlicher Unterscheidung zur Identitären Bewegung, die ihre Identitäts-Stiftungen in höher frequentierter Weise betreibt.

Wir dürfen aber in Bezug auf den Nationalisten der härteren Schule eines nicht vergessen, das nämlich vor einer nationalen Ambition und extremer politischer Betätigung ganz etwas Anders als eine politische Motivation steht.

Die Ur-und Antriebskraft muss im Bereich der Männlichkeits-Thematik geortet werden. Und das ist eher ein Generationenproblem, dessen untergründige Zeitgeistwirkung sich über den Generationenwechsel auch langsam wieder ausschleicht. Die Gewalttätigkeit eines Links-Aktivisten bezieht ihren Treibstoff aus keinen archaischen Männlichkeitsgefilden, sondern immer aus einer Art subtil weiblicher Gegenwehr. Der Angriff wird sich Selbst gegenüber immer als Widerstandsreaktion gegen eine maskulin gefühlte Bedrohung gutgeschrieben, und versucht die fehlende männliche Härte durch Kräftebündelung mehrerer Fliegengewicht-Aggressoren wieder in Ausgleich zu bringen. Der rechtsextreme Gewalttäter beweist seine Männlichkeit, der Linksextremist seine Schutzmächtigkeit gegenüber Minderheiten, welche ihm sein politisches Betriebssystem als eine Art Mutterschutz deklariert. Was den Linken dieser mutierte Mutterschutz ist, das ist dem Rechten ein mutierter Heimatschutz.

Heimatschutz-Gewalt gegen Mutterschutzgewalt. Die Rettung der Nation hier, und links die Rettung der Welt, oder doch nur die Rettung der Mütter vor den Vätern? Lebenslüge, Selbstbetrug, Kompensation.

Unterm Strich der gewaltigen Wirklichkeitsrechnung aber steht nur die Angst, Ablehnung und Verleugnung des Rechten vor seiner eigenen Weiblichkeit und die Angst, Ablehnung und Verleugnung des Linken vor seiner Männlichkeit.

Nichts Anderes. Auf diesen Ängsten baut der eine seine nationalistisches Reich und der andere seine Weltrevolution. Ich weiss, wovon ich rede, weil ich mich seit meiner Jugend mit diesen Strömungen konfrontiert sah, im Erleben meiner Jahrgangsvertreter, die dann irgendwann an der letzten Bruchstelle vom Kindsein ins jugendliche Erwachsenenleben ihre Stärken aus Neigungen zu ziehen suchten, die den Menschen geneigt machen, seinen Neigungen auch zu erliegen. Es beginnt bei den Jungs mit Fußball, Alkohol , Zigaretten. Nichts davon interessierte mich. Aber in der Annahme meiner weiblichen Anteile blieb ich mir mit einer grundsätzlichen Gewaltbereitschaft und in der Annahme eigener jugendlicher Gewaltpotentiale trotzdem treu. Meine Gewalt war spielerischer Natur, nicht verhärtet, nicht eisern spröde, sondern beweglich und zäh, weil ich eben nicht versuchen musste, meinem Vater nachzueifern oder seinen Erwartungen als Erstgeborener männlicher Thronfolger zu entsprechen.

Meine Heimatliebe generierte sich immer aus den metaphysischen Bezügen zu Mutterboden und Vaterland. Oder anders gesagt: Mein Verständnis von Vaterland impliziert reichlich lockeren und nahrhaften Mutterboden, weil ein zu maskuliner Vaterlandbezug eine zu große Saugwirkung in Richtung frontalen Blutvergießens aus der Weltkriegs-Vergangenheit beinhaltet, in seiner trockenen Schwammhaftigkeit.

Vergleicht man die Ausstrahlungswerte und den physiognomischen Ausdruck eines Mannes während und nach seiner politischen Männlichkeits-Härtung, dann ist der Unterschied so deutlich wie bei der Besessenen im Filmklassiker „DER EXORZIST“. Und es ist in der Tat eine Art Besessenheit, die uns verhärten lässt oder uns menschlich verblendet, bis man zu sich Selbst erwacht - und dann auch besser bei sich bleibt, statt nach links auszuschwenkend Buße an sich Selbst zu tun.

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Den unter Niveau spielenden Kräften politisch kaschierter Härten gegenüber trotzdem offen gewesen zu sein, ohne deren niederen Anspruch zu bedienen, mag mir und meiner Unternehmung zwar den Rest gegeben haben, war mir aber die Mühe wert in der Weise, wie ich daran glaube, dass die Stärke einer Gesellschaft, die sich als offen bezeichnet, auch offen für die Auseinandersetzung mit ihren Gegnern sein muss. Wenn aber die Macht der subtilen Ausschlußprinzipien einer Gesellschaft stärker ist als ihre Absorbationskraft, dann ist sie gewissen Außenseiterströmungen nicht gewachsen, und muss in die Trickkisten der Unfairness greifen.

Warum sollte man gegenüber den Protagonisten der Unmenschlichkeits-Gebärde Fairness und Anstand walten lassen?“, könnte eine verstümmelte Gegenfrage lauten. Weil dies jene Golddeckung bedeutet, die sowohl einem Rechtsstaat als auch einer Gesellschaft eine Aura innerer Stärke verleiht. Und weil echte Überzeugungskraft einen Machtvorteil bedeuten, beim Einstrahlen eines Grundgesetzgläubigen in die Finsternis weltanschaulicher Abscheulichkeiten. Der Bezwinger des Drachen muss ein Auftreten haben. Das kann man keine Sozialwissenschaftler erledigen lassen. Da muss, wenn die Gesellschaft schon Gesicht zeigen will, auch Profil erkennbar werden und scharfe Kontur, die in ihrer Wehrhaftigkeit auch ein Gnadenprinzip impliziert. Das ist etwas anderes als das, was der rotgrüne Straßenstrich politischer Widerstandskultur heute noch auf die Beine bringt.

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Echte patriotische Bodenschätze-Gewinnung in bescheidenem Ausmaß ist nur dort möglich, wo ein ideeller Anspruch, auch im Falle einer Selbsttäuschung höher rangiert als jede den Anspruch untermauernde ideologische Härte. Ein Ideal aber, das in keiner Resonanz zu einem menschlichen Anspruch steht, ist kein Ideal, sondern Ideologie.Und der Ideologe wird nur selten von höherem Treibstoff berührt. Der Wesenskern des jungen Menschen muss noch die natürliche Atmosphäre eines Gewissens atmen können, um das Ideelle von der Ideologie unterscheiden zu können. Nur dann wird auf dem schmerzvollen Erkenntnisweg zu Sich Selbst Wandlung möglich. Dieser Erkenntnisweg, der zur Wandlung führt, ist keine beliebige Pauschalreise und mit keinem den Bahnsteig wechselnden Umstieg auf einen andern Zug zu vollziehen, sondern ein innerer Tranformationsweg, der den eigenen Schattenbereich er- und anerkennend durch das Scheiden der Geister in Sich Selbst vollzieht und dadurch erst beim Auftauchen an die weltliche Oberfläche keine billigen Distanzierungen zum Besten geben muss und sich vor Niemandem entschuldigt, dessen selbstgerechter Holzweg von keinem eigenen Abenteuer, keinem Irrtum oder einer jugendlichen Ausweglosigkeit zu berichten weiss. Wir erkennen den sich aus dem Morast ziehenden Idealisten daran, dass ihm auf seinem Heimweg zu sich Selbst noch eine verwertbare patriotische Note anhaftet. Und daraus lässt sich etwas wirken.

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Was die medialen Wachtposten an den Pforten des Mainstream und der breiten Öffentlichkeit weder zu- noch durchlassen wollen, sind diejenigen Heimkehrer, die ohne beglaubigtes Abschwör-Schreiben und geraden Hauptes einfach wieder im Heimathafen einlaufen, weil sie das Recht in sich fühlen, ungebeugt wieder an Land gehen zu dürfen. Sie haben Schlimmeres erlebt, erfahren und hinter sich gebracht und bedürfen keiner fremden Instanz zur Beglaubigung ihres freier atmenden Selbst. Man bringt sich in eine Gesellschaft ein mit seinen Erfahrungswerten, vor Allem aber mit dem, was man an geläuterter Überzeugung mit einzubringen sich berechtigt fühlt. Die Grenzen, an die man dabei stößt, sind nicht die Grenzen einer Gesellschaft, sondern die Wahrnehmungsgrenzen derer, die vielleicht einer gegenteiligen Überzeugung den Vorschub leisten müssen - im Bekämpfen andersartiger Auffälligkeiten.

Philipp Burger von FREI.WILD in Südtirol und Martin Sellner von den IDENTITÄREN in Österreich stehen zu ihren jugendlichen Verirrungen wie heimgekehrte Seefahrer zu ihrer stürmischen Verlorenheit auf dem Meer und kommen, weil Sie vor sich Selbst Rechenschaft für Jugendsünden abgelegt haben, eben nicht mit leeren Händen aus den hinter sich gelassenen Abgründen zurück, sondern mit der inneren Erkenntnis einer Läuterung, die einer entspannt aufrechten Haltung nicht entbehrt, um glaubwürdig für seine Wandlung einzustehen. Eigen wird eine Überzeugung erst in der Emanzipation von den Urbildern, die uns als Jugendliche auch zu verführerischen Leitbildern wurden.

Einige Identitäre bezeichnen sich durch den gewonnenen Abstand zur harten Vergangenheit als Renegaten, ohne jedoch auf eine für die Öffentlichkeit als gegensätzlich erkennbare andere Seite gewechselt zu sein, was sie in den Augen kritischer Beobachter weiterhin schwerst verdächtig bleiben lässt.

Wo nicht die totale Unterwerfung eines Überläufers die neuen Glaubenssätze der Öffentlichen Meinung oder die eines entarteten Antifaschismus signiert, zieht der Vorbehalt der Wachtposten die gestrichelte Grenze, welche die Sollbruchstelle ewigen Verdachts und einer schwelenden Nicht-Dazugehörigkeit markiert. Im Falle von Martin Sellner wird von den Establishment Wachtposten nichts für schlimmer erachtet, als jene politische Relevanz, welche ja nicht Sellners Verhärtung, sondern dem Herauswachsen aus einer einstmals vertretenen Standpunkthärte geschuldet ist. Weil diesem gewonnen Abstand aber die offene Bruchstelle fehlt, betreibt die öffentliche Wahrnehmung ihr befremdliches Verteuflungs-Spiel. Nicht der rechtsextreme Psychopath, sondern der gewaltfreie Patriot wird als brandgefährlich fokussiert und bis zur erfolgreichen, gerichtlichen Intervention von Martin Sellner als Terrorist diffamiert. Selbst aus dem zweifelhaften u.s. amerikanischen „Counter Extremism Project“ heraus muss Sellner nicht trotz, sondern vermutlich wegen der Gewaltlosigkeit, die er vertritt, als einer der 20 gefährlichsten Menschen der Welt und als „Gefahr für den Weltfrieden“ angeprangert werden, was schon sensationell krank und ein ziemlicher Irrsinn ist, aber eben so symptomatisch wie die Beobachtungsgabe des Verfassungsschutzes, der gerne dort zu beobachten scheint, wo es am wenigsten zu sehen gibt, um dann dort, wo die Gewalt wirklich ausbricht, von nichts gewusst zu haben. Das Milieu echter nazistischer Gewaltbereitschaft scheint von dort aus mehr unter Obhut als unter Beobachtung zu stehen, einer Art obskurer Gewächshaus-Obhut in einem Milieu, das man nicht entsumpfen, sondern sich als eine Art Sumpflandschaft mit Reptilienzucht in eigener Regie zu kultivieren sucht. Und manches Organ der staatlichen Betriebsamkeit muss ab und an das ein oder andere vergessen, weil es zum Job gehört, so wie das rechtzeitige Schreddern von Akten oder die wundersame Teleportation von Beweismitteln aus einer Aservatenkammer, wenn dies unter dem gesetzlichen Radar einer Gesellschaft dringend erforderlich ist. Aber auch das muss eine wehrhafte Demokratie sich erlauben dürfen, um auch vor internationalen Geheimdiensten nicht zurückzustehen, die sich so ziemlich Alles erlauben. Übersinnliche Wunder geschehen nirgendwo so leicht wie dort, wo Verfassungsschutz, BND und Dritte sich im Dienstalltag gelegentlich Gute Nacht oder Guten Morgen sagen. Man darf den VS namentlich nicht zu wörtlich nehmen und muss auch Verständnis dafür haben, dass er mehr im Sinne einer Regulierungsbehörde funktionieren muss und auch deswegen unter dem Schirm der Gesetzgebung arbeitet, und die rotgrünen Transparenzforderungen ein Witz sind vor der Realität der freieren Handhabe, die gewisse Behörden nun einmal in besonders brisanten Ausnahmefällen einfach haben. Nur wünscht man sich als gewaltfreier Patriot einfach mehr echten Inlandsschutz und weniger Fehloperationen an den vaterländischen Darmausgängen der NS-Psychopathie und im Auswurf islamischer Radikalität. Ich bin für keinen Umsturz mehr im Lande, sondern längst für Veränderungen im und durch das System. Und wer die Umsturz-Befürworter einmal hinter sich abgeschlossen zurück gelassen hat, weil die persönlichen Erfahrungswerte einem keine andere Wahl mehr lassen, der lernt sich mit dem kleineren Übel zu arrangieren, aus welchem mit einer gewissen Anstrengung und im Verlauf der Zeit etwas Großes auch werden kann, wenn man auf diesem Wege, der Geduld erfordert, nicht primär sich Selbst zu erhöhen sucht. Aber genau daran leidet ja die politische Praxis sowohl des gestrigen als auch des gegenwärtigen rechten Spektrums. (Von Ausnahmen einmal abgesehen) Man muss kein Aussteiger sein oder werden , um Abstand von Leuten zu haben, die ihre Hoffnung auf die Stunde X und den Tag der Abrechnung setzen, weil die es irgendwann sein werden, die mit ihrer Gewaltbereitschaft auch ihren Patriotismus widerrufen, weil der Härtner gar keine Heimat hat, weder in sich Selbst noch außerhalb seines unentdeckten Selbst. Wir müssen zu aller erst zu uns Selbst überlaufen, worüber man noch weiter philosophieren könnte. Aber rufen wir uns gegenwärtig doch bitte ins Bewusstsein, dass ein gewaltfreier Patriot wie Martin Sellner gegenwärtig als Verbrecher zur Aufstellung kommt, dass man ihm eine persönliche Verbindung zu einem Amokläufer konstruiert, seine Abgrenzungen in die wirklichen Sumpfregionen ignoriert, seine menschliche Integrität zu verdunkeln sucht, nur um der Öffentlichkeit eine bunte Gesellschaft verkaufen zu können, die unterm Strich ihrer farbigen Vielfalt so bunt gar nicht ist. Eine bunte Gesellschaft, hinter welchen dann wiederum anonyme Freiwillige ihren Dienst an der Menschheit leisten, indem Sie nicht nur die menschliche Zielscheibe selbst an den öffentlichen Pranger der politischen Verworfenheit stellen, sondern auch jedes Familienmitglied und die angeschlossene Verwandtschaft in die steckbriefartigen Ausführungen einbringen, mit Fotos, Adressen und allen privaten Informationen, derer man habhaft werden kann. So etwas kann man im Windschatten einer Demokratie nur dann betreiben, wenn einem von jenseits der Demokratie ein noch stärkeres Irrlicht versprochener Weltbeglückung in die Dachstube der politischen Selbstgerechtigkeit einstrahlt. Wohin aber rechterseits mit den Parteisoldaten alter Schule? Man schaue sich das Ein-und Aussteige-Verhalten von Menschen in und aus der NPD an. Bei allem Respekt gegenüber einer Handvoll dort ansässiger oder ansässig gewesenen Ausnahmeerscheinungen, ist die Geschichte dieser Partei ein einziges Mahnmal politisch aktivistischer Vergeblichkeit und widerlichster innerparteilicher Abgründigkeiten. Ich meine nicht einmal die Kameradenschweinereien irgendwelcher Parteikader, die sich im Hahnenkampf um ein lokalpolitisches Pöstchen zur Ausschaltung des Mitbewerbers der Polizei bedienen müssen, sondern den ganzen alten von der NSDAP ins Bundesrepublikanische vererbten Machtkampfschmodder als einzigem komplett übertragenen Erbmasse-Anteil des Dritten Reiches. Ich kann heute nach einigem Luftholen und durch eigene Forschung nur noch Befremden und Bedauern darüber empfinden, wie ich in meiner verzweifelten jugendlichen Suche nach äußeren Einheits-Versprechen dem öffentlichen Zusammenhalts-Anschein des NS erliegen konnte, in meiner

Selbstwahrnehmung als Verworfener und im Sud meiner gefühlten Unwertigkeit. Ich ahnte als Jugendlicher nichts von den innerparteilichen Feindschaften hinter dem schneidig geschlossenen Auftreten in den Bildern der auf dem Sperrmüll gefundenen Propagandaschriften des Dritten Reiches. Und erst sehr spät gewahrte ich die schon in den Anfängen der Bewegung wirkende Intriganz und den dreckigen Machtpoker der letzten verbliebenen Führungsinstanzen, der sich bis ins zertrümmerte Deutschlands spielend fortsetzte, auf einen sich nahtlos anschließenden Machterhalt unter Obhut der Siegermächte. Unter dem separaten geschichtlichen Strich all der um den eigenen Machtausbau geleisteten Selbstzerfleischung, dem eigenen Hochverrat und der gegenseitigen Liquidation innerhalb der oberen Führungsebenen verstehe ich das Naserümpfen nicht, welches die geistigen Erben des Dritten Reiches um die Aktentasche Stauffenbergs in der Wolfsschanze machen.

Der reine Idealist, den ein höheres Anliegen befeuert,- kommt langfristig nicht umhin, dem Ruf des Weltgeistes zu höheren Ufern jenseits der angestammten Richtung zu folgen. Der in ebenso launischen wie kurzen Intervallen wehende Zeitgeist vermag bestehende Weltanschauungen mit anzuschieben, der höher frequentierte Weltgeist jedoch betreibt keine Reanimation von Etwas, was in alter Gangart ein für allemal vorbei ist. Der härteste rechte Parteisoldat muss irgendwann erkennen, dass das, was er seine politische Arbeit nennt, vor der Geschichte und dem Lauf der Welt nichts weiter als vergebliches, anachronistisches Reenactment ist, ohne Wirklichkeitsanschluß, überzeugend gespielt in der gefühlten Echtheit seines Tuns, aber ein Schauspiel nur. Der Zeitgeist mag Strömungen begünstigen, aber der Weltgeist entscheidet ihren Verlauf. Und wir müssen zur Rettung letzter patriotischer Essenzen globaler fühlen lernen. Es geht um nichts anderes mehr als darum Essenzen hinüber zu retten, keinen Hausstand mehr, keinen Ballast, sondern Essenz. Nicht der Bruch, nicht der direkteste Ausstieg, sondern Wandlung und Transformation retten eine essenzielle Substanz mit in die Gegenwart hinüber, wenn die Schlacke in der Vergangenheit zurück bleiben kann. Und eben das schaffen die meisten nicht. Sie ziehen die Schlacke vor, in Unkenntnis der Essenz - weil das Essentielle der äußeren Wucht entbehrt, von keiner äußeren Sicherheit und Größe kündet. Aber es ist die Sonnenreflexion im Blätterkelch einer Butterblume auf einer heimatlichen Wiese, die einen näher an die nationale Essenz bringen kann als ein Parteiprogramm oder ein ideologischer Kalenderspruch. Wir kommen der nationalen Essenz nur durch berührt sein von innen nahe, und nur von innen heraus entsteigen wir der geschichtlichen Schlacke. Das mag realitätsfern und romantisch klingen, ist aber die Beschreibung einer Naturgewalt.

„GESUCHT GEIRRT GEFUNDEN“

Dem NPD Ausstieg von Stefan Rochow liegt diese christliche Note zugrunde, die schon in der Vorlaufzeit des Ausstieges die Kraft zur glaubhaften Transformation freisetzt, um die inneren Angelegenheiten in langsamen Aufstiegsschritten zu sich selbst wieder zu bereinigen. Mit der christlichen Komponente ist das hinter sich lassen der Vergangenheit und das Aus-steigen primär nicht Ausstieg, sondern ein Aufstieg aus der Asche. Ein solcher Weg ist mit keinem an einen Schnell-Ausstieg gekoppelten fliegenden Wechsel an Richtung und Gesinnung vergleichbar.

Wir müssen uns die Sollbruchstelle in den magischen Begriffen von Kameradschaft und Kameradschaftlichkeit näher betrachten, um ein Gespür auch dafür zu bekommen, welche Sogwirkung das kameradschaftliche Versprechen auf einen jungen Menschen hat und wie sehr die Sollbruchstelle im Bereich der weltanschaulichen Kameradschaftlichkeit den ursprünglichen Wundbereich des Suchenden mit abdeckt.

Viele Aussteiger wissen als inneres Angesprungen sein den Schreckmoment der eigenen Unmenschlichkeit zu benennen, welcher man sich plötzlich gewahr wurde. Andere wiederum erschrecken zuerst am Verhalten von Hardlinern, um dann selbst in Abgleich mit dem Sein zu geraten.

Stefan Rochow und viele Menschen idealistischer Prägung sprechen von „menschlicher Enttäuschung“ als einer schmerzlichen Initialzündung innerer Bewusstwerdung.

Unter dem Versprechen des Zusammenhaltes, der Gemeinschaft, dem konspirativen Verschworen sein und der Kameradschaft aber korrespondiert die „menschliche Enttäuschung „ auf politischem Terrain, mit der offenen Verwundung unseres eigenen Menschseins seit Kindheit und früher Jugend.

In der frühen Ohnmacht diese Wunde nicht schließen zu können, suchen wir die Einheit des Reiches, die Geschlossenheit einer Verbindung, die interne Schließkraft der Gemeinschaft, und das gefühlte Kainsmal auf unserer heißen Stirn sucht die Nähe zu den Kainsmalen der Geschichte oder des politischen Versprechens. Unserem Ausgestoßen Sein, unserer Verworfenheit und der trügerischen Illusion eigener menschlicher Unwertigkeit ist es gleich, ob unser Kainsmal sich an einen Blitz, einen roten Stern oder ein Hakenkreuz bindet, wenn nur eine erkennbare äußere Anbindung stattfindet. Mehr ist es nicht, was in uns den Boden von unten aufwühlend nach Betätigung, nach Bestätigung oder nur einer Wiederbetätigung strebt. Menschen leben damit und Menschen sterben daran.

Und keine geringere Stimme als die des christlichen ruft das schwarze Schaf zur Versöhnung alleine mit sich Selbst, um in der Kraft des eigenen Selbst den Sogkräften jener inneren Besatzungsmacht zu widerstehen, in die betrügerische Selbstwahrnehmung eines einsamen Wolfes geraten zu müssen. Von Nirgendwo anders als aus der christlichen Substanz heraus wird stärker um das schwarze Schaf und sein geheimeres Licht geworben und gerungen. Das schwarzes Schaf ist allzeit dazu berufen das Geheimnis seiner Schwärze in der Transformation seiner Verwundung zu leben und seine eigene Position zu vertreten jenseits den Gefilden der 99 Gerechten und jenseits auch derer die das Wolfsrudel-Versprechen nur trügerisch zu leisten im Stande sind, in der Weise, wie deren Natur zur allgemeinen auch die gegenseitige Selbstzerfleischung impliziert und diese immer wieder in die Lebenswirklichkeit zu tragen sucht, weil auch dies zum ewigen Spiel der Kräfte gehört.

BDM ZOPF KULTUR MIT DREADLOCK ANSCHLUSS

Verständnis für den fliegenden Seitenwechsel bringe ich jenen Jungmädels gegenüber auf, die trotz oder gerade wegen ihrer Erziehung in einer völkischen Abschirmungswelt in Tuchfühlung mit Ausstrahlungswerten linker Freiheitlichkeit geraten. Man kann sich dem herrschenden Zeitgeist nicht komplett verschließen, muss sich berühren lassen oder durchlässig für ihn werden im Sortieren dessen, was einem taugt und was nicht. Die Abschirmung jedoch geht nach hinten los. Ich erinnre mich an die Abschirmversuche einer evangelikalen Witwe, mit welchen sie ihre Söhne vor der schädlichen Ausstrahlung von Fernsehen und Radio zu schützen suchten - in der kalten lebensfeindlichen Atmosphäre einer Wohnung, die selber wie ein evangelischer Sakralbau neuester nüchterner Entartung mutete. Ein kaltes Schlachthaus der Seele, ohne jegliche Dekoration ohne Leben. Eine Funktionsküche, ein Funktionswohnzimmer und ein Grabkammerflur mit noch kälterem Treppenhaus. Pünktlich zur Pubertät weckten eines Tages die SEX PISTOLS das höhere Interesse des unter christlich moralischer Aufsicht seiner Mutter stehenden Jungen und Schluss war mit jeglicher mütterlichen Zensur. Krieg herrschte im Haus. Für die Mutter war es teuflische Besessenheit, für den Sohn Befreiung und Rache gegenüber einer von menschlicher Eiseskälte getragenen Erziehungsfürsorge. Keine frohe Botschaft hinter der Religion, nur Gebot,Verbot und Höllenfeuer. Warum sich das Feuer der Hölle nicht dienstbar machen, dachte er sich in seinem Aufbegehren und im Ringen um sein ihm bislang vorenthaltenes Leben. Punkrock, Zigaretten, Pornohefte. Der Teufel wohnte jetzt unterm Dach. Das Kind an den Teufel verloren? Oder nur an das Leben? Je stärker die erzieherische Doktrin, desto stärker die emanzipatorischen Kräfte in der Phase der Pubertät, die uns zwingen, uns noch einmal selbst zur Welt bringen zu müssen - zum Entsetzen der doktrinären Elternschaft. Auch dem Zöpfe flechten und dem weltanschaulichen Besticken von Tischdecken mit folkloristischer Symbolik im völkischen Milieu kann sich, je länger der jugendliche Ausbruch sich verzögert, bisweilen nur noch die Dreadlockfrisur das Gesichts-Piercing und das gegenläufige Selbstverständnis freilaufender Partykultur anschließen. Schlimmstenfalls wechseln diese Mädchen, als menschliche Abschreibungsobjekte ihrer enttäuschten Eltern, einfach zur örtlichen Antifa.
Eine zu starke ideologische Weltanschauung ist keine wirkliche Heimat, keine Basis, um darauf Sicherheit zu finden oder Freundschaften zu gründen und schon gar keine Familie. Und wer eine Ideologie zu seiner Behausung macht. muss ein gespenstisches Leben führen. Weltanschauung muss Background sein - etwas wie ein Hintergrundrauschen, über das man sich nicht zu stark definieren muss und mit welchem man sich nicht zu sehr identifizieren sollte, weil der Spielraum zwischen Identifikation und statischer Ideologie zu gering ist.

CHRIS ARES ZIEHT SICH AUF SICH SELBST ZURÜCK

Erst ein halbes Jahr vor seinem Rückzug wurde ich auf Chris Ares aufmerksam. Das war schon eine beachtliche Leistung und ein Markstein in der Geschichte der patriotischen Musikalität, in modernster zeitgenössischer Weise die Download-Charts bei Amazon und Spotify mit anzuführen. Und selbstverständlich rangiert in der Notwendigkeit beider Streamingdienste, die Musik von Chris Ares einer Löschung zu unterziehen, das patriotische Element in der Löschungsmotivation höher als jegliche Lösch-Ambition gegen den feierlichen Hass partytauglicher Prol-Rapper, deren Zuhälter-Attitüde eine internationalere ist, in der zwischen exzessiver Drogenkriminalität und Gangster-Rap-Gewalt spielenden Hintergründigkeit einer Jugendkultur, in der man sich Selbst wieder lernt, der Nächste zu sein. Bunt zwar und weltoffen, aber in erster rücksichtsloser Linierung auf sein Eigenwohl spezialisiert. Wenn dann in diese hedonistische Feierlaune hinein deutsch-rappende Akzente einer Besinnung auf heimatliche Selbstbehauptung laut werden in den oberen Chartsplazierungen, dann muss eben wieder die Verlegenheitsnotbremse der direkten Verhinderung gezogen werden. Das ist alles nicht neu, das ist nicht einmal Jakobinismus oder Mittelalter, sondern immer wieder neu belebte Eisen-und Bronzezeit. Das ist es, was sich jede Diktatur überlebend in seiner Kakerlakenhaften Überlegenheit von unterhalb der Schuttgrenze immer wieder neu in die Wirklichkeitsgefilde der Gegenwart übertragend nach oben wühlt.

Das in direkter Zeitgeist-Anbindung tätige Gewissen der Bevollmächtigten ist in seiner gutmenschlichen Strahlungslosigkeit zu nichts anderem befähigt, als zur Rettung der Welt die Löschtaste zu betätigen. Jeder so errungene Sieg zerstümmelt sich selbst zum Pyrrhussieg. Außer einer Art sozialem Betäubungsmittel-Feeling für das Massenpublikum einer globalen Party-Verbundenheit, und für ein trügerisches Selbstgefühl, spendet gewissenhaftes Löschen Nichts. Verbrennen wäre konsequenter, und näher an der heimlichen Nähe der Zensoren zu ihrer eigentlichen Natur.

Ob nun Löschung, Zensur oder Verhinderung, eigentlich sind es Verzweiflungstaten und sie finden, wie öfter schon von mir erwähnt, am liebsten dort statt, wo ein unbequemer Zeitgenosse über die öffentlichen Ächtungs- und Verhinderungsversuche trotzdem an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt.

Als unbequem in asozial erfolgreicher Weise erwies sich 2018 das Hip-Hop Duo KOLLEGA & FARID BANG. Etwas hilflos die politische Geste der Echo-Verleiher, die Kette der Preisverleihung mit der Ausgabe an die beiden Geschmacksverzerrer enden zu lassen. Bedenklich, dass die Reichweite von unterhalb der Gürtellinie im gemischten Selbstverständnis von Brutalität und historischer Pietätslosigkeit von soviel Magnetstärke begünstigt ist. Schleichend dann die Erleichterung der Preis-Stifter, welche den nationalen Echo 2019 schon wieder in der Auferstehung als International Music Award zur Aufstellung brachten. Warum ? Weil es national eng wurde, weil so viele Mundwinkel deutscher Musikwirkender mit linkerem Selbstverständnis, sich schon bei der gefühlten Zwangs-Verleihungen an Rammstein und Frei.Wild der Schwerkraft ergaben. Man kann es sich nicht mehr leisten, deutschsprachige Verkaufserfolge unkontrolliert die Gipfel stürmen zu lassen und sie ihres Erfolgreichtums wegen in verdienter Weise auch noch dekorieren zu müssen.

Letzter Ausweg: Internationalmusikalismus.

Aller-Letzte Ausfahrt zur Verhinderung noch unerträglicherer Auswüchse deutschen Aufbegehrens war dann die Total-Löschung der von Chris Ares gewirkten Musikpalette.

Es ist nur so lächerlich im Vergleich, dass eine Antifa-Hauskapelle aus Mecklenburg Vorpommern, die der Verfassungsschutz von der entgegengesetzten Seite her beobachtet, in ihrer mutmaßlichen Systemfeindlichkeit und ihrem Verbundensein mit linksextremistischen Brachialkräften sogar in die TAGESTHEMEN geladen wird, man sich aber medial nicht leisten kann wahrzunehmen, dass viele patriotische Musiker sich eben nicht über einen Kamm mit den Sauf-und Rauf-Combos eines Nationalen-Asozialismus scheren lassen. Schlimmer noch, dass die Gleichheit der über den Kamm zu ziehenden medialerseits auf Biegen und Brechen gewahrt bleiben muss. Die wehrhafte Aggression im Deutsch-Rap von Chris Ares muss als offensiv gefühlt werden, um sich jene Beängstigung suggerieren zu können, aus welcher heraus sich dann:„Wehret den Anfängen! „ rufen und die Löschtaste betätigen lässt!

Die vorletzten Neuigkeiten, die mich in Bezug auf Chris Ares erreichten, standen in Bezug zu einem dörflichen Siedlungsprojekt von Chris Ares in den neuen Bundesländern. CHRIS ARES-DORF ? Das kann nicht klappen, dachte ich mir, 5und wenn es funktionieren sollte, wird es nicht die Lösung sein, wird die Heimat um keinen cm weit erlöst und das Ansinnen auch sonst zu keinem höheren Ziel führen können. In dieser Phase lief Ares für sich und andere womöglich zur energetischen Höchstform auf. Es kann nicht gut gehen, dachte ich weiter für mich, weil ich mich selbst wieder erkannte in der Mobilisation der letzten Kräfte, die keine physischen Kräfte allein mehr sein können, sondern feinstofflichere Energien herabrufen, in der transzendenten Ausrichtung einer letzten Hoffnung nach dem Unbedingten, das uns das Leben aber verweigern muss, um uns auf uns Selbst zurück werfend wieder zur Seite stehen zu können, nach den Gesetzmäßigkeiten einer höheren Lebenskraft. Der Idee von Chris Ares-Dorf wohnte heimlich schon das Zerstörungselement bei. Das heimatliche Herdfeuer wich dem brennenden Ego, die Idee brannte schon nieder, bevor die entzogene Rückendeckung den Dolchstoß bemaß. Im Mut der Verzweiflung, nun erst recht stärker und härter werden zu müssen, beschwört sich der Mensch den Zertrümmerer von innen herauf, den Kriegsgott, den der Name Ares impliziert. Und das ebenso olympische wie schreckliche Massaker, welches die beschworene Ares Energie denen gegenüber mit sich bringt, die von Außen nicht gebrochen werden, ist das innere Erschüttert werden durch den hauchzarten Moment einer Selbstbegegnung. Das zarteste Ersuchen Deiner Selbst mit dem härtesten Schlag, der in Zeitlupe fühlbar die unwirkliche Härte bricht.

Vor kurzem dann die Rückzugsmeldung über einen Nachrichtenverteiler. Sein Statement, ehrlich, stark, vorbildlich und glaubhaft. Ein aufrichtiger Rückzug. Nicht Bruch, nicht Ausstieg, nicht Abrechnung, nicht Überlauf, sondern tiefe Selbstreflexion. Rückzug auf sich Selbst, Wandlung, Transformation.

...Ich habe mich oftmals so sehr verrannt, dass mir kaum mehr auffiel, dass ich Menschen wehtue. Mir fiel nicht mehr auf, dass auch ich voll von mächtigen Fehlern bin. Wie könnte ich Erwartungshaltungen haben, etwas verändern zu wollen, wenn ich genug an mir selber habe, was es zu verändern gilt. Bei jedem Menschen. den ich verletzt habe, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.

Das hier ist kein Weglaufen - im Gegenteil! Das hier ist der härteste Kampf überhaupt,die knallharte,ehrliche Reflexion seines Selbst. …“

In solch einem Statement liegt das Kraftpotential - all das, was an Idealismus und vaterländischer Verbundenheit im Sturm der Selbstreinigung als Essenz noch stehen bleibt, ohne einen olympischen Kriegsgott im Rücken kraftvoll und überzeugend auch auf Alltagsniveau vertreten und leben zu können.

Die Auslöschung deiner Musik zur Verheimlichung und Verhinderung deiner Relevanz ist nur eine der deprimierenden Schwerkräfte, die deiner schöpferischen Ambition zusetzen. Das Kräftespiel von Angriff und Verteidigung ist der äußerste Kreis einer Verwundbarkeit, mit der sich leben lässt. Unerträglich im Zusammenspiel mit verhinderter Kunst und dem sich anschließenden Kampf um die eigene Existenz ist und bleiben für einen Idealisten die menschlichen Enttäuschungen oder das Vortäuschen von Etwas, auf was man vertrauen wollte und zu bauen suchte. Das sind die Gefahren aus dem eigenen Umfeld, oder dem was um das eigene Umfeld in geistesverwandter Nähe kreist. Wer sich die Heimat wirklich zurück holen will, muss sich erst wieder die Herzenswärme in sich Selbst zurück erobert haben. Kein politisch verbissener Härtner gewinnt für irgendwen die Heimat zurück. Kein verhärteter Gesichtsausdruck verteidigt mehr das Land. Kein Herz für Deutschland, wenn das Herz das für Deutschland schlägt, ein kaltes, ein steinernes oder eisernes ist. Es muss auch nicht glühen oder in übertriebener Anstrengung Funken sprühen, sondern einfach nur schlagen, im Grundton einer menschlichen Wärme, die sich deutlich unterscheiden darf von den schwülen Herztönen selbstgerechter Menschlichkeitsvertreter.


AUS FINSTREM TRAUM IST SIE ERWACHT

Es müssen nicht immer Frontverläufe sein, aus welchen heraus sich Rückzüge weltanschauliche Richtungswechsel oder nur ein gefühlter Ausstieg ereignen.

Meiner Annäherung an die JUNGE FREIHEIT Mitte der 90er Jahre ging der stille Ausstieg von Gerlinde Gronow aus der Redaktion der JF voraus. Und auch bezüglich ihres Einstiegs in das neurechte Gefilde muss ich wie schon in ähnlichen Zusammenhängen wiederholt bemerken, dass es befremdlich auf mich wirkt, wenn jemand sich kaum sechzehnjährig schon mit Ernst Jünger und Nietzsche beschäftigt.

Was schon bei geschlechtsreifen Jünglingen durch zu frühes Lesen geistiger Hochkaräter zu Kurzschlüssen im alltäglichen Leben führt, kann bei intellektuell veranlagten Jungfrauen zur Katastrophe ausarten, wenn Nietzsches „Wille zur Macht“ etwa an der Wundstelle eines seelischen Ohnmacht-Gefildes andockend die weiterführende Rechts-Intellektualisierung mit rigider Verhärtung zu betreiben sucht. Ich möchte Gerlinde G. nicht unterstellen, sich etwa jungfräulich ins literarische Stahlgewitter Ernst Jüngers gelesen zu haben, aber ich kenne eben auch jenen weiblichen Typus, der von seelischem Wundbrand getrieben unter erheblichem Verlust der weiblichen Geschmeidigkeit, in exzessiver philosophischer Vertiefung nach Rechtfertigungen menschlicher Härten schürfend eine Flucht vor sich Selbst und des zu verleugnenden Menschlichen betrieb.

Bei Gerlinde G. spricht vieles nur für ein schweres sich Verlaufen haben im verführerischen Wald konservativ revoltierender Wildwüchsigkeit.

Im Folgenden zitiere ich gelegentlich Gerlinde G. aus einem Interview mit der taz vom 8.6.1996 .

Letztes Jahr habe ich kaum etwas machen können. Manchmal bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und habe eine meiner alten CDs aus dem Regal gezerrt und mich dafür angeklagt.“

Das ist Ausdruck einer Selbstanklage, wie ihn nur der depressive Druck echter seelischer Belastung zu Tage fördert. Und weiter:

Das Problem treibt mich im Moment um: ob meine früheren Interessen zwangsläufig zu meinem rechten Engagement geführt haben. Ob es so etwas wie einen faschistischen Kern in mir gibt. Tod und Erotik sind die Sachen, die mich schon immer fasziniert haben, und man merkt, wie unmerklich die Grenze ist...“

Die reuende Selbsthinterfragung nach einem ihr insgeheim innewohnenden „faschistischen Kern“ könnte aber doch auch zu jener Erkenntnis führen, den dunklen Anteil in sich Selbst als sich angehörend zu akzeptieren und ihm seine Daseinsberechtigung zu geben vor dem kontrollierenden Kontrast der grundsätzlichen Helligkeit dessen, was uns menschlich macht und stärker ist als ein entarteter Wille zur Macht. Dieser befürchtete „faschistische Kern“ jedoch ist gar kein Kern, sondern nur eine Facette, mit welcher sich leben lässt, je stärker der innere Facettenschliff eines Menschen auch von anderen Schliffstellen beinflusst seinen Facettenreichtum zu verstrahlen befähigt ist, was wiederum eine höhere Anstrengung erfordert. Ich zum Beispiel bringe meiner faschistoiden Facette gerne ein ästhetisches Opfer dar, welches zwischen Futurismus und Neoklassizismus spielend den inneren Ansprung wenn nicht zu besänftigen, dann doch wenigstens zu kontrollieren weiss.

In ihrer Angelegenheit und in Bezug zu ihrem „fasziniert“ sein von „Tod und Erotik“ war ihr verdächtig gefühlter Kern möglicherweise nur das verständliche Faible für einen wohl temperierten Gefährlichkeitsgrad männlicher Dominanz in Verbindung mit tödlicher Ästhetik und messerscharfem Intellekt. Unterm Strich also haben wir es mit nichts anderem zu tun als einem schlechten Gewissen gegenüber verleugneten Urtrieb-Phantasien aus einer unerfüllten Sehnsucht nach männlicher Archaik als Folge eines möglicherweise zu liberalen Vaters. Nichts wofür man sich schuldig fühlen müsste - selbst dann nicht, wenn die ganze weltanschaulich, politische Kehrtwende am Ende nur der gestörten Verbindung zu einem überseeischen Hochkaräter des Genres etwa geschuldet wäre.

Mir scheint die Gewissensbelastung von Gerlinde G. jedenfalls stärker von der tiefen Affinität für die ganz natürliche Magie der Schattenbereiche des Lebens, als etwa von einer Selbst-betrügerischen Machtfrage herzurühren.

Selbst wenn das von Thomas Groß und Severin Weiland geführte Interview wahrscheinlich im freundlichem Shabby Chic Ambiente bei Cappuccino und Bionade gespielt haben mag, zart unterföhnt von einem Luftgemisch gnädiger Lockerheit und einer dem Schattenwurf historischer Schandtaten geschuldeten kommissarischen Ernsthaftigkeit seitens der taz Kommissare, möchte ich mir das ganze Interview als eine in cineastischen Sepia Tönen gehaltene Mischung aus Verhör und Beichte vorstellen.


Was das nächtliche Gewissen gleichfalls so nachhaltig gerührt haben könnte, beim herausziehen einer CD, auf der möglicherweise Charles Manson als Gast einen sinnigen Text von sich gibt, könnte mit der Tatsache zusammen hängen, dass dieser Textinhalt unterm Strich der künstlerischen Exotik nicht über Mansons befremdliche Glaubens-Verortung im Evangelium der Unmenschlichkeit hinwegtäuschen kann, und auch nicht über dessen asozialen Background organisierter Drogen-Kriminalität und kalifornischem Freakshow-Satanismus.

Ein oder zwei andere nächtliche Losnummern aus dem Gronow,schen CD Regal könnten von RADIO WEREWOLF gewesen sein, welche Anfang der Neunziger Jahre von einem Münchner Freund und späterem Arbeitgeber Gerlinde G,s in deutscher Lizenz veröffentlicht wurden und wegen satanistisch, nazistischer und misanthropischer Verdachtsmomente in der Szene für reichlich antifaschistischen Gegenwind und Wirbel sorgten. Bis dahin legte Carl Erling gemäß seiner damaligen Labelphilosophie noch Wert darauf, vor allem Musik mit weltanschaulicher Hintergründigkeit auf Gymnastic Records veröffentlichen zu wollen.

Wie heftig der kritische Gegenwind gewesen sein muss, beweisen die Tatsachen, dass es Gymnastic Records sehr plötzlich und schlagartig nicht mehr gab und das neu gegründete Label CHROM im Rückblick auf seine Gymnastic-Historie sogar die discografische Nennung von RADIO WEREWOLF, Nikolas Schreck und der LaVey Tochter Zeena bis heute tunlichst unterlässt,-dafür aber den linken Gesinnungs-Exorzisten Alfred Schobert noch als dankenswerten Unterstützer der post-gymnastischen Chrom Records Ära im Abspann führt.

Erling und einige Andere ihm angebundene geschäftstreibende Pragmatisten der Szenekultur schienen, als es damals bedrohlich für sie wurde, von ihrer RADIO WERWOLF „Vertriebs-Mitschuld“ ablenkend auf W. Symanek und den VAWS als das eigentliche Machtzentrum des Bösen in der alternativen Musikszene verwiesen zu haben, denn zeitgleich mit dem plötzlichen Lieferboykott der alten Geschäftspartner begann auch ein befremdlicher antifaschistischer Widerstand seine Register gegen den VAWS zu ziehen

Eine auf innere Wandlung hin ausgerichtete Karenzzeit gewährten sich um die Jahrtausendwende die ehemaligen RADIO WEREWOLF Protagonisten Nikolas Schreck und Zeena Schreck, (geborene La Vey) in ebenso glaubhafter wie interessanter Weise. Nikolas Schreck, der zum Buddhismus konvertierte, lässt dem inneren Abstand, welchen er zu Vielem gewonnen hat, den künstlerischen Spielraum auch altes Liedgut weder verwerfen noch verdammen zu müssen, sondern als Altbestand seiner Wegstrecke zu sich Selbst zu betrachten und wieder aufgreifen zu dürfen.

Ich bedaure nicht, dass ich durch den Teufel die spirituelle Welt betreten habe. Er ist halt einfach der erste, der einen dort erwartet, und mittlerweile ist er wie ein alter Freund, mit dem ich keinen Kontakt mehr habe. Aber ich glaube, dass ich mit meinem Wissen um das Böse heute anderen besser helfen kann.´Ich kenne die negativen menschlichen Seiten aus eigener Erfahrung und weiß mehr darüber als der Papst:“

( Nikolas Schreck , 2015 in einem sehr interessanten von Peter Hiess geführten Interview, in dessen Rahmen Schreck bedauert, zu vielen Menschen „grausam ,gefühllos“ und nur auf das eigene „Vergnügen bedacht“ gewesen zu sein.)

Während sozialdarwinistische, satanistische und misanthropische Bezüge in der us-amerikanischen Subkultur bisweilen noch von spielerischer Originalität, schwarzem Humor und altdeutscher Philosophie aufgelockert werden, ist das Gebräu insbesonders im deutschsprachigen Raum von der bemühten Todernstigkeit einer saturnischen Strenge geprägt, deren eigentliche Unheimlichkeit für mich aber eher im Pentagramm dekorierten Alltag eines satanistisch untermauerten Hartz-4 Bezugs verborgen liegt. Die philosophische Tiefgründigkeit des Bösen reicht hier allgemein auch nur bis zur Schwarzmagierin Ulla von Bernus, von der es heißt, dass sie kurz vor ihrem Ableben noch die Kurve ins Christliche genommen hat . Weniger Aufmerksamkeit bringt der an Okkultismus Interessierte Ulla von Bernus Vater entgegen, dem von mir hochgeschätzten Alchemisten Alexander von Bernus, welcher zur Hoch-Zeit des deutschen Okkultismus sein literarisches Umfeld noch mit der natürlichen Strahlkraft seines Wesens inspirieren konnte.

Aber muss man im Vollzug eines Richtungs- Seiten-oder Uferwechsels wirklich auch altes Liedgut, dem man mitunter auch rein musikalisch verbunden war, in einer Art ritueller Wertstoffhof-Entsorgung aus seinem Leben tilgen, wie es der ein oder andere meiner alten Weggefährten tat, mit exzessiver Schallplatten-Zerstörung zum Eintritt ins evangelikal Christliche u.s. amerikanischer Prägung ?

Ich bedarf im Spannungsfeld meiner irdischen Existenz immer wieder einmal auch der philosophischen Audio-Untermalung von BOYD RICE, um meiner eigenen Skepsis gegenüber der menschlichen Natur ein Ständchen zu bringen, welches die Tatsache so wunderbar umspielt, dass ein in radikaler Gedankenfreiheit schwelgender Lufthauch von Elitismus in seidener Leichentuchfühlung mit der zarten Andeutung einer von leichtem Grau getragenen Depression bisweilen wie ein Anflug von Göttlichkeit mutet.

On my own, hour after hour, sipping Cocktails and reading Schopenhauer…

i turn my back, I shut the door, I lock the key. A prisoner in my home. But it,s loveley to be free!“ (Boyd,s Gift, Album: Alarm Agents )

Wir dürfen der Annahme nicht zu sehr auf den Leim gehen, das Christlichkeit, Satanismus, oder Misanthropie dort zum lebendigen Vollzug kommen, wo man sich offen nach hier oder dort bekennt.

Praktizierter Satanismus und menschenfeindlicher Sozialdarwinismus in bedrohlich ausufernder Dimension betreibt sich ganz ohne den Glauben an einen Satan oder in dessen Verehrung am rücksichtslosesten in der atheistisch, plutokratischen Ausübung einer Tätigkeit auf dem internationalen Finanzmarkt. Die Personifizierung des Bösen ist kein satanistischer Selbstdarsteller mehr, der mit teuflischen Filzhörnchen gespickt seinen Egotrip zu kultivieren sucht, sondern eine Legion plutonischer Tastatur-Zauberer, deren schwarze Zahlenmagie den Weltmarkt bewegt in einer auch über die Leichen unsichtbarer Anleger gehenden Emsigkeit. Teuflische kleine Mitarbeiter mit hohem Koffein Verbrauch, regelmäßiger Kokain Zufuhr und drohendem Burnout. Menschen, die gelegentlich ihre Frau begatten, ihre Haustiere streicheln und ihren Kindern ein guter Vater zu sein versuchen. So alltäglich und banal kann das teuflische sein. Aber auch hinter dem etikettierten Anspruch besonderer Menschlichkeit tun sich gerne die Abgründe des Gegenteils dessen auf, für was man zu stehen glaubt.

I myself am both heaven and hell“

(Boyd Rice :An Ancient Tale is told , aus dem herrlichen Album: Alarm Agents)

Zurück aber nun zu JF, GG & Co.

So weit und so tief wie Gerlinde G. damals glaubte, gegangen zu sein, ging sie nicht, denn die JUNGE FREIHEIT war auch in ihrer romantischen Randprägung durch die gothischen Hegemonie-Vorstellungen von Roland Bubik weder theoretischer Spielplatz für satanisches, nazistisches oder misanthropisches Treiben. Roland B., den ich mehr aus freundschaftlichen Unternehmungen heraus in guter Erinnerung habe als im politischen Zusammenhang, mag im kulturkämpferischem Kontext über das Brechen linker Vorherrschaft zwar doziert haben, träumte jedoch von keiner rechten Hegemonie, sondern wäre wie ich mit dem Brechen linker Vorherrschaft und geistiger Zwingherrschaft über die alternative Musikkultur ohne sich anschließenden Vorherrschaftswechsel schon zufrieden gewesen. Die Art und Weise jedoch, wie ich meinen eigenen Kulturkampf betrieb, entsprach nicht der höheren kulturpolitischen Floretschule von Roland, von dessen unplakativ antifaschistischer Grundhaltung gegenüber dem Nationalsozialismus Gerlinde G. aus persönlicher Erfahrung sicher mehr hätte berichten können, wenn diese Facettenbeleuchtung des Bubik,schen Selbstverständnisses denn erwünscht gewesen wäre von Seiten der taz.

Rolands neurechtes Selbstverständnis von damals legt sich in folgenden Zeilen an mich sehr offen dar.

Das Verhältnis zum NS ist eine schon zentrale Fragestellung, gerade auch für einen „Rechten“ - wie steht man zur Ursache des deutschen Desasters, wie steht man zu einer chronischen Ideologie der Muttererde (vs. des Geistes), wie steht man zu dieser Clique von “Vernichtern“, die sich als „Baumeister“ getarnt hatten? Für Deutschland stehen heißt, dagegen stehen, in diesem Fall. Und das auch denjenigen sagen, die im Umfeld sich von gewissen oberflächlichen Reizen anlocken lassen.“

Soweit Roland B. In einem aufrichtigen Brief an mich, den ich damals in ihm gebührender ehrlicher Weise nicht beantworten konnte, weil meine Irrfahrt noch nicht durchlaufen war und ich ja tatsächlich noch daran glaubte, dass die Flanke ins rechte Extrem weiter offen sein müsste, um junge Mitreisende aus der Periphere mit zu reißen in die höheren Gefilde, zu welchen ich aber Selbst nicht mehr reichte vor lauter gesammelten Erfahrungswerten herzensschwerer Bleianbindung und der maßlosen Enttäuschungen wegen, die am Horizont nach keinem Heimathafen mehr suchte, sondern heimlich nur noch die Klippen beschwor, an welchen man endlich zerschellen kann um das heimatliche Selbst wieder in sich Selbst nur fühlen zu können. Erfolgreiches scheitern sieht anders aus. In meinem Fall liegt meinem Empfinden eines glücklichen Scheiterns die Erfahrung zu Grunde, dass ein Glücksgefühl erst sehr sehr lange Zeit nach dem Scheitern in schier unerträglich langsam mutender innerer Prozedur das eigene Gemüt wieder zu erhellen vermag.

Wenn Gerlinde G. sich damals hinterfragte: „...ob meine früheren Interessen zwangsläufig zu meinem Rechten Engagement geführt haben?“, möchte man ihr aus der Zukunft von heute mit „Ja !“ antworten. Weil das was uns brennend und ernsthaft interessiert, eine gewisse Zwangsläufigkeit generiert, die ihren Kurs zwischen Sehnsucht und Anziehungskraft primär nicht nach moralischen Gesichtspunkten hinterfragt, sondern nach Resonanzen des inneren Weltraums erforscht. Die Antwort liegt nicht in den ideologischen Trümmern, denen wir entsteigen, und wird auch nicht jenseits dieser Trümmer in der Gewöhnlichkeit der Normalität gefunden, die uns empfangend umschließt, sondern von dort, wo die Zugkraft des Unbekannten in uns fühlbar wurde.

Roland Bubik hörte auch die gleiche Musik wie ich, er lief nicht in dunkelbraunen Klamotten rum und stand nicht auf die Republikaner...Bubik kommt aber, wie ich, aus der Wave-Szene, war früher Grufti mit langen, toupierten schwarzen Haaren... Zu der Zeit als ich da war, tobte dieser Grabenkampf zwischen Andreas Molau und der eher modernistischen Fraktion um Bubik…Molau hat gefordert, Bubik und mich rauszuschmeißen. Er hat uns Dada-Rechte genannt…!“(taz 8.6.96)

Mit dem Unverständnis und den Vorbehalten nicht nur gegen den Dadaismus und die Avantgarde, sondern auch gegen den Expressionismus bis hin zum italienischen Futurismus verlor die deutsche Rechte, die sich bis 1945 noch auf völkischen Realismus und rahmenden Neoklassizismus stützen konnte, nicht nur jeglichen künstlerischen Rückhalt, sondern stürzt durch die von Caspar David Friedrich meisterlich bemalte Leinwand ins Leere, ins Nichts. Man verpasste Emil Nolde und man verpasst Neo Rauch. Und man wird den „Dada-Rechten“ erst dann zu gewinnen suchen,wenn das Rennen wieder gelaufen ist und die Verlustmeldungen sich überschlagen und die Strategiekonferenzen nach den Strohhalmen rufen, an die sie selber nicht glauben. Man muss nur einmal vor dem Alt-Rechten Anwesen von Dr. Frey in München Pasing gestanden haben, um die in Augenscheinnahme eines architektonischen Bildausschnitts dort als schwarz-weiß-grau wahrzunehmen in der ausstrahlenden Leblosigkeit dessen, was auch aus dem Gebäudeinneren strahlt.

Das journalistische Sprungbrett zum Einstieg in die Redaktion der JF.

1. Preis im Nachwuchswettbewerb der „Zeitgeist und Medien“ Redaktion.

Eine in apollinischer Federführung mit Weißweinkühler-Polemik und innerem Abstand verfasste Präzisionsarbeit des erst 19 jährigen Schreib-Talentes.

Ich weiss noch immer nicht, inwiefern der kurze Zeitzeugen-Verweil in und um die JF-Redaktion, vor dem Hintergrund von so wenig selbst verübtem Gedankenverbrechertum, ein so feierliches Aussteigerinnen-Prädikat rechtfertigt.

Muss das nicht eher als ein nüchterner Abschluss aus der eigenen jugendlichen Orientierungssuche in Betracht gezogen werden?

Und muss man sich zu einer Art rotgrüner Beglaubigungs-Unterstreichung seiner neuen Unbedarftheit wie eine strebsame Klassen-Petze betätigen? Wer so aus-steigt , dessen Auf-stieg ist gesichert in den brave new world Regionen rotgrüner Gewissenshygiene.

EIN DADAISMUS-GEGNER STEIGT AUS

Roland zog sich im Verlauf der frühen 2000er Jahre in Berufs-und Privatleben zurück, während ich mit meinem Umzug nach München und bis zum Aufbau meiner Selbstständigkeit erst einmal keine andere Wahl hatte, als auch beruflich noch tiefer in die Szenerie einzusteigen. In diesem ernüchternd beruflichen Zusammenhang begegnete ich selber auch Andreas Molau, der mir im Beisein meines fragwürdigen Arbeitgebers ein publizistisches Angebot machte, auf welches ich aber keine Lust hatte einzugehen, weil auch ich mich in letzter Konsequenz der „Dada-Rechten“ zugehörig fühlte und meiner tieferen Einblicke hinter die Fassaden der rechten Publizistik in Bayern wegen schon so angeekelt und desillusioniert war, dass ich auf der Basis meines kritischen Aufsatzes „ Deutschland,rechts unten“ meinen eigenen Kurs für mich entwickeln musste, denn ein Zurück in die Normalität war auch deswegen für mich ausgeschlossen, weil meine Vorbehalte gegenüber dem politischen Establishment und auch der Rock-und Popkultur die Jahre über mit zu viel abgrundtiefen Nährwerten gespeist wurden, so dass es als Ausgestoßener zwischen beiden Welten und vielerlei Fronten enger den je für mich wurde.

Der Dada-Gegner Andreas Molau nahm 2012 den Aussteiger-Zug des Niedersächsischen Verfassungsschutzes und ist nun gelegentlich in Präventationsfragen rechtsextremer Entwicklungen unterwegs, was ich irgendwie stimmig finde in der Nahtlosigkeit jenes fliegenden Wechsels, der mir den Eindruck erweckt, dass schon dem Ein- und Abstieg solcher Leute in den morastigen Pool der politischen Überzeugtheit der unheimlich mutende Zauber einer inneren Unstimmigkeit zu Grunde liegt.

Wer als politisch motivierter Rechter einer Redaktion angehört, die sich JUNGE FREIHEIT nennt und die beiden dort operierenden frischesten Würdenträger rechter Freigeistigkeit, sie als Dada-Rechte deklarierend, auch noch rausgeworfen sehen möchte, und dann im Verlauf seiner weiteren Politikgeschichte ausgerechnet mit Dr. Sudholt und Dr. Frey politisch durchzustarten hofft für Volk und Vaterland, der gehört einfach in diesen untersten Fegefeuerbereich rechten Aussteigertums. Es ist ja wie bereits erwähnt nicht nur der Dadaismus, dem viele Hardliner in gefühlter Biedermeier Anbindung kritisch gegenüber stehen. Es ist auch das Unverständnis gegenüber dem literarischen Expressionismus und die Unfähigkeit, den Expressionismus als Ausdruck auch innerster Religiosität zu begreifen.

HOCHVERRAT AN COLONEL SANDERS

Im taz-Interview kritisiert Gerlinde G., dass Roland in seiner Eigenschaft als rechter Kulturkämpfer inkonsequenter Weise Jeans getragen und gelegentlich Fastfood bei McDonald gegessen hätte.

Man muss nicht zu kleinlich werden im plötzlichen Wildwechsel der Weltanschauung oder sich an den in Indien eingefärbten US Jeans aufhängen, die von Rechten wie Linken getragen werden in ihrer Giftstoffhaltigkeit. Verwerflich daran, dass Roland gelegentlich amerikanisches Fastfood zu sich genommen hat, ist meinem Geschmack nach nur, dass er das verkehrte Fastfood genossen hat, statt das Richtige. VON THRONSTAHL beispielweise waren strikt gegen Coca Cola und Mc Donalds, weil wir für KENNTUCKY FRIED CHICKEN und Pepsi waren.



Nur in äußersten Notfällen wichen wir auf Autobahnraststätten, Flughäfen oder damals in Moskau auf Mc Donalds aus. Als Bandleader legte ich besonderen Wert darauf, meine Musiker auf die vorzüglichen KFC Rezepturen von Colonel Sanders einzuschwören. Man kann die wertigen Filet Bites von KFC auf kein Vergleichsniveau mit den schäbigen Mc-Nuggets bringen. Und es ist wirklich nur die grandiose Gewürzmischung von Colonel Sanders und kein Hillbilly-Südstaaten Selbstverständnis, das uns zu KFC stehen lässt.

STRAHLENDE GOLDGEWINNUNG AUS FINSTEREM BLEI

Warum bleiben Menschen, die mit Ernst Jünger ins „Stahlgewitter“ gestiegen oder im „ Arbeiter“ fündig geworden sind, entweder auf halber Jünger,scher Strecke stehen oder steigen von dort aus plötzlich wieder, erschrocken über sich selbst, aus dieser Vertiefung zurück an die Oberflächenwelt der schnellen Verwerfung und der Gewissenserleichterung, statt sich vom Stahlgewitter aus weiter zu lesen? Auf der Verwerfung Jüngers kann sich keine Erlösung vollziehen. Wer mit ihm nicht den literarischen Weg vom Stahlgewitter zur Friedens-Schrift geht, muss am Ende seiner Abkehr und seiner plötzlichen Rückkehr in die Welt mehr über sich Selbst erschrocken sein als von den frühen Ausführungen Jüngers, deren kühlere Momente auch mich nicht verzücken. Wer nicht selbst das eigene Todesblei aus der kriegerischen Umnachtung oder einer extremen Vertiefung heraus für sich entbindet und auf den vorgezeichneten Transformationsweg mit sich in die Selbstfindung nimmt, der wird der Welt da oben nicht mehr bieten können als sein Ressentiment gegenüber der Vergangenheit und einen seelischen Sauberkeitsfimmel für das gute Gewissen.

Was kümmert uns, die wir Selbstschöpfungen eigenen Ranges sind, das Katzengold eines guten Gewissens, an welchem die Welt und das Sein nichts gewinnt? Wir wollen das Todesblei, welches wir unbemerkt von der Öffentlichkeit in uns zu Gold läutern, im Widerschein unserer eroberten Freigeistigkeit glänzen wissen, nach verrichteter Drecksarbeit und nicht eine Gnadenzeit lang im kurzen Beifall derer aufleuchten, die sich dazu berufen fühlen uns die Beichte abnehmen zu wollen zur Bestätigung ihrer eigenen Standsicherheit.

Wohin laufen die über, die ihre Gesinnungen ohne Karenzzeit wechseln?

Von Nichts nach Nirgendwo! Weil alles sich gleich bleibt unterm Strich jedweder Gesinnung und illusorisch gefühlter Zugehörigkeit. Weil jeder vollzogene Richtungswechsel, jedes von Applaus begleitete kostenlose Bekenntnis zum Guten, die maroden Machtverhältnisse nicht berührt, solange die rechnerische Vertriebsstruktur unserer guten Absichten von keinem schlechten Gewissen untergraben wird, das wirklich Elementare nie vollzogen zu haben, wenn schon der Ursprungsgesinnung nur eine Langeweile an sich Selbst zu Grunde lag. Unmenschlichkeit aus innerer Teilnahmslosigkeit am Geheimnis menschlichen Seins und die Entdeckung der Menschlichkeit als pragmatische Wachablösung zum Ende der eigenen Umnachtung. Es muss auch Anders gehen können.

VON SAULUS ZU PAULUS, VON HOSIANNA ZU KREUZIGET IHN

Was die Bewohner der Oberflächenwelt zu ihrer eigenen Orientierung und inneren Sicherheit von einem ehemals oder immer noch Verdächtigen hören oder lesen wollen, sind Erlebnisberichte einer Damaskus Erfahrung. Hinter den Paulus Erscheinungen jedoch wird nicht selten der subtile Rache-Engel fühlbar, wenn die Kritiker der Elche, die früher selber welche waren, ihre Erlösung in der Pauschalverurteilung nicht nur der schwarzen Schattierungen, sondern auch der Graubereiche betreiben - gerade dann, wenn man selber den schwärzesten Bodensatz mit bediente. Differenzierende Stimmen werden nicht laut und wären auch nicht erwünscht, weil es die Schwärze sein muss, vor deren Hintergrund das neue weiße Kontrastprogramm läuft.

Mit dem Verlust der Graubereiche und dem Unwillen zur Differenzierung jedoch treten auch die menschlichen Ambivalenzen des militärischen Widerstandes gegen Hitler in den geschichtlichen Hintergrund des öffentlichen Interesses. Claus Graf von Stauffenberg wird als Gallionsfigur des militärischen Widerstandes zwar noch die alljährliche Ehre erwiesen, aber Hunderte anderer Biographien bleiben weitgehend außen vor oder in ihrer Beachtung ein paar wenigen Spezialisten und Historikern nur vorbehalten. Ernst Niekisch, die Schwarze Front und der nationalbolschewistische Widerstand haben in der öffentlichen Wahrnehmung keine Relevanz. Eine spannende, von schillernder Paradoxie belebte Biographie wie die von Johannes Ludwig Schmitt passt mit seiner starken charakterlichen Aufladung in keine Berührungsschablone gegenwärtiger Herangehensweisen. Man will es sich nicht leisten, Menschen mit innerem Kontrastprogramm einer tieferen Betrachtung zu unterziehen, wenn hinter den Kulissen der Scheinbarkeiten plötzlich Persönlichkeit und Charakter auffällig werden.

Zwiespältig interessante Biographien wie die von Arnolt Bronnen, dem nur Idioten unterstellen können, ein Wendehals gewesen zu sein, haben nur im Mikrokosmos vertiefter Politikgeschichte eine Relevanz und passen ihrer Grauzonen-Verortung wegen nicht in die primitivistischen Eindeutigkeits-Kategorien weder einer breiten Öffentlichkeit noch einzelner Abgesandter menschlicher Schmalspurvertretung.

Ich möchte aber über Widerstand und Renegatentum hinaus und über die Mitläuferschaft hinweg in die Gefilde der überzeugten Mitmarschierer blenden, um festzuhalten, wie auch hier Mischungsverhältnisse und Wandlung höheren Grades von Statten gehen können.

In seiner brillanten Autobiographie aus der dtv Taschenbuchreihe „Zeugen und Zeugnisse“ (1985) zeichnet der Verleger Karl Baur uns aus seinem Fronterleben des Ersten Weltkrieges mit einer Flut erlebter Ambivalenzen das schillernde Bild eines Jugendlichen, der über die Turbulenzen des zusammenbrechenden Reiches und der Weimarer Republik zum militanten Wegbereiter des Drittes Reich wurde.

Schwierig zu begreifen für jeden Schwarz-Weiß-Maler, dass ein Teilnehmer am gescheiteren Novemberputsch in München und zudem noch Blutorden-Träger ein vorzüglicher Mensch gewesen sein kann, in seiner Eigenschaft als Verleger und Parteifunktionär.

Karl Baurs Beschreibungen seiner Zeit gerade vor dem Ersten Weltkrieg bis 1933 gehören mit zum hochwertigsten, was ich an Erlebnisberichten in dieser besonderen Zeitspanne je gelesen habe. In dem Maße, wie ich mich als Leser von Albert Speer im Nachhinein belogen und betrogen fühle, gründet sich meine Sympathie für Karl Baur, welche ich als eine Nachhaltige empfinden darf, auf dem Fundament einer Wesensnatur, die in ihrer unaufdringlichen Echtheit mehr zu überzeugen als zu bestechen weiss.

Den Fleiß-Schülern der Ernst Jünger-Gesamtschule sei die Autobiographie Karl Baurs an Herz gelegt.

Das in Vergessenheit geratene Taschenbuch ist zwischen 1-7 Euro im ZVAB erhältlich. Trügerisch an dieser Autobiographie ist nur der nostalgisch-senile Eindruck, den das Buch von Außen erweckt. In der von starker charakterlicher Aufladung gewirkten Grundehrlichkeit der ebenso schonungslos offenen wie spannenden Erzählweise ist es für den Zeitraum zwischen 1933-45 vor allem die Perspektive der Baurschen Funktionärstätigkeit innerhalb der Machtstrukturen, welche uns laut Vorwort von Heinz Friedrich “...das Phänomen Nationalsozialismus auf eindrücklichere Weise verständlich macht als manches historische Werk!“

Seite 132: „...In meinem Umkreis an der Front hatte ich nichts von revolutionären Stimmungen und Forderungen gehört. Die Nachrichten von Streiks in Munitionsfabriken wurden mit Ärger und Empörung gelesen. Die „Drückeberger“ fielen der Front in den Rücken, das war die Meinung. Ärgerlicher aber noch schienen mir Stimmen aus dem Lager der Alldeutschen, der „Kriegsverlängerer“, denen man nur wünschte, für einige Zeit da zu stehen, wo wir standen. Nein, ich stand nicht links und stand genau so wenig rechts in diesen Monaten nach dem Kriege. Mir schienen die Demokraten das rechte Gegengewicht nicht nur gegen die Radikalen von Links und Rechts, sondern auch gegen jenes philisterhafte Bürgertum zu sein, dem ich mich so wenig zugehörig fühlte wie der Linken.“

Seite 160/61: „...In mir wuchs die Überzeugung, daß Inselbildung Flucht bedeute, daß all jene Kräfte besser in einer aktiven politischen Front wirksam werden könnten. In welcher Front? Ich war der Überzeugung, daß, wollte man nicht unrealistisch sein, nur mehr zwei Fronten bestanden: links und rechts, Kommunisten und Nationalsozialisten. Daß ein Teil des geistigen Deutschlands glaubte,seinen Platz in der äußersten Linken suchen zu müssen, war für mich schwer verständlich. Viele waren später bereit, ihren einstigen politischen Standort in der Nähe oder inmitten des Kommunismus als jugendliche Romantik oder als Irrtum zu erklären, bestanden jedoch darauf, die Entscheidung des andern für den andern Standpunkt nur als unverzeihlichen und immer neu aufrechenbaren Fehler zu werten. Ich war überzeugt, Sozialist zu sein. Doch ich war auch überzeugt, daß mit dem Kommunismus menschliche Freiheit und demokratisches Leben unvereinbar seien. Alle Kräfte gegen einen Sieg des Kommunismus zu mobilisieren, erschien mir die entscheidende Aufgabe.“

Seite 193: „...Damals begann ich mich, der Rolle zu schämen, die mich zwang, als Funktionär einer Partei zu gelten, deren Wirken ich mehr und mehr als Un-Sinn, ja als kulturwidrig und barbarisch zu begreifen begann. Vor und nach 1933 war ich überzeugt, daß für ein Volk nicht zu jeder Zeit allein das Bekenntnis zur Freiheit Maßstab innerer Haltung sein könnte, das für uns im zeitgeschichtlichen Augenblick Ordnung wichtiger und notwendiger war als ein bindungsloser Individualismus. Die Geschichte Europas ist reich an Beispielen ähnlicher Zeitsituationen. So suchte ich aus der Historie Begründung zu finden für Erscheinungen der Gegenwart. Das Ausscheiden Thomas und Heinrich Manns, Döblins und vieler anderer aus der Dichterakademie empfand ich als ebenso bedauerlich wie ihr teilweises Sympathisieren mit der äußersten Linken, eine Haltung, die mir die Aufrichtigkeit ihres Rufes nach Freiheit fragwürdig scheinen ließ. Hätte ich damals von Ricarda Huchs mutig-mannhafter Haltung gewußt, hätte ich sie sicher bewundert. Ernst jünger, dem ich in jenen Monaten in einem Berliner Cafe begegnete, betrachtete ich verwundert. Daß der Mann im eleganten schwarzen Paletot, dem steifen Hut und dem Monokel im Auge der Autor der „Stahlgewitter“ sein sollte, war kaum glaubhaft. War er ein Snob geworden? Sein Nein zur politischen Wende schien mir nur so verständlich. Jetzt aber, über den persönlichen Erfahrungen im Buchhandel begann ich mehr und mehr das entschlossene und mutige Nein all jener Menschen zu verstehen.

Seite 194: „Es mag um jene Zeit gewesen sein, daß ich begann, im Giftschrank „Anti-NS-Literatur“ zu sammeln.“

In historischer Absicherung durch die Lehre aus der deutschen Geschichte werfen viele Jugendliche gegenüber ihren Großeltern gerne mit dem Begriff „Mitläufer“ um sich. Karl Baur verstand sich durchaus nicht als Mitläufer, sondern als anfänglich begeisterter Mitgestalter des dritten Reiches und fühlte sich in Anbetracht einiger Nachkriegserlebnisse nicht wohl damit, durch juristische Unschicklichkeiten als „Mitläufer“ klassifiziert werden zu müssen, in der Weise wie der Begrifflichkeit ja die Vermutung anhängt, dass sie in der Ausführung eines Amtes die starre Linientreue impliziert.

Insbesondere Baurs Nachkriegsbeschreibungen regen mich dazu an, den Mitläufer stärker vom Typus des Opportunisten unterscheiden zu müssen.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die offensichtliche Ekelhaftigkeit der linientreuen Blockwart-Mentalität von damals in immer neuerer Zeitgeist- Modelierung aufersteht und uns gegenwärtig in rot-rot-grüner Farbgebung zu irritieren weiss, mit soviel kaltherzigem Jakobinismus hinter dem Anspruch, das Menschliche in besonderer Hochwertigkeit zu vertreten.

Wir müssen das Augenmerk stärker auf die Anregerkraft der Opportunismus- Gefilde im Menschen richten und nicht zu sehr auf die Anziehungskraft, die den Mitläufer in Bewegung setzt.

Es gehört nun einmal in den Vorspann auch der BRD Geschichtsschreibung und eigentlich jeden politischen Umbruchs, dass nach Kriegsende oder Umsturz neben den Mitläufern, die naturgemäß massenweise zu neuer Formgebung drängen, der verschlagene Typ des Opportunisten die Gunst der Übergänge für sich zu nutzen sucht. Baur beschreibt sehr anschaulich Charaktere, die ich eher als Leerlauf-Typus bezeichnen würde. Keine Täter, keine Mitläufer und nur höchst selten wirklich die Freunde der neuen Gesinnung, als welche sie sich plötzlich zu verstehen geben, um des persönlichen Vorteils willen. Keine Verführten, keine Verblendeten, sondern Pragmatiker. Auffällig nur im Umbruch. Unauffällig im System. Nie in der Weltanschauung andockend, sondern immer nur in der die Weltanschauung schützenden Atmosphäre.

Irgendwann in diesem Leben ziehe ich irgendwo auch einmal Baurs ZEITGEIST UND GESCHICHTE ( 1978) aus einem angestaubten Regal und weiss, dass ich in ebenso ergänzender wie bestätigender Weise fündig darin werde, so wie ich mir das Zustandekommen politischer Verhältnisse stärker im Zusammenwirken von Zeit-und Weltgeist erkläre und die Willens-und Tatkraft augenscheinlicher Protagonisten eher im Sinne einer angeschobenen Kräfteballung verstehe, die in den zur Aufstellung berufenen Figuren zur praktischen Ausführung drängt.

Man überschätzt das politische Milieu und unterschätzt die unsichtbaren Strömungsverhältnisse, die weder am Puls der Zeit noch in den Auswirkungen auf die Materie messbar werden.

Um im Sinne von Wahrscheinlichkeitsrechnungen berechnen zu können, was sich zusammenbraut zwischen Welt-und Zeitgeist, muss den menschlichen Rechenversuchen die moralische Grundlage entzogen werden und die freilaufende Utopie gezügelt sein, um jene waltenden Gesetzmäßigkeiten spürbar werden zu lassen, welche die Strömungen in Fahrt bringen.

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Gottfried Benn, der den Machtwechsel ebenso begrüßte wie Karl Baur, konnte sich im Jahr des Röhm-Putsches desillusioniert und angeekelt von den sich gestaltenden Verhältnissen wieder ganz auf sich Selbst zurück ziehen. 1936 noch eine Verschmähung seiner Dichtung durch eine Wochenzeitung der SS. 1938 Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer, Schreibverbot und fertig.

Anhaltender Ekel. Innere Emigration.

Naturgemäß stehe ich diesem Typus der enttäuschten Erstbegeisterung näher als denen, die so früh schon wussten, dass es nicht gut gehen kann und deren herausragende Welt-Literatur von soviel langweiliger Vernunft getragen ist.

Seltsamerweise machen sich heute immer noch Menschen verdächtig, deren innere Ausrichtung nicht maßstabsgerecht starr im Eindeutigkeitsbereich verortet ist, sondern Spielraum benötigt, um einer Tat, einer Unterlassung oder einer zu vertretenden Meinung den Ausschlag zu geben. Aber vor wem machen sie sich verdächtig? Sind das nicht immer noch die gleichen Bleichgesichter, denen die Sonne ihrer Verortung in der „wahren“ Gesinnung nie untergeht,- weil sie einmal angeschaltet keinen Abend und keine Dämmerung einer inneren Unsicherheit mehr kennen. Ist das natürlich? Nein, aber es fühlt sich unglaublich sicher an, für Diejenigen, die ihrer inneren Sonne keinen Bewegungsspielraum in die Umnachtung des eigenen Seins mehr gewähren. In solchem Reich geht die Sonne nie unter, und in solch anmaßend geistiger Armut wird kein Licht irgendeiner Erkenntnis etwa mühevoll errungen, sondern mühelos wie auf Knopfdruck einfach nur angeschaltet. So entsteht die feste Überzeugung aus der sich der Fanatismus sowohl im Unmenschlichen als auch im Menschlichen nährt.

JUNGES REH AUF RECHTER FAHRBAHN GESICHTET

Weiss nicht recht, was das wieder sollte. Lisa Licentia, sehr attraktiv, sehr schnell im spontanen Sprung von Nichts nach Rechts und zum plötzlichen Richtungswechsel nach Links. Affinitäten zu Landser Musik, mitunter härter sein wollen als die IB es erlaubt. AfD Support. Bedrohung von Links. Applaus von Rechts. Medienluft schnuppern. Nase voll haben von Rechts. Verzweiflung. CDU Mitgliedschaft? Salon-Sozialismus? SPD oder ANTIFA? Bedrohung von Rechts, verhaltener Applaus von Links. Wo muss ich hier die Aussteiger Gewichtung suchen? Wo innerhalb ihrer politischen Durchlauferhitzung rechtfertigt sich das Aussteiger Prädikat? Warum nicht gleich einfach nur Model werden oder trotz stimmlicher Qualitäten, Stummfilm-Akrobatin? Ein sich ausprobieren, eine öffentlich mediale Großinszenierung in kleinen Schritten.

Linkes Bein, Rechtes Bein, Mittigkeit, Schnittigkeit. Großer löblicher Mitverdienst am berechtigten Rauswurf von CHRISTIANWir können die nachher immer noch alle erschießenLÜTH aus der AfD. Ich möchte in dieser Durchlaufgeschwindigkeit von keinem Verrat reden, sondern auch vom rechten Selbstbetrug von Männern, welchen in Verbindung mit einer weiblichen Appetitanregerin im Politgefilde immer wieder das Testosteron-Gespann durchgeht. Hier muss nachgeschult werden, mit zielorientierten Großversuchen am lebendigen Objekt weiblicher Güteklassen A,B und C. Martin Sellner warnte früh, aber weil die Speichelbildung in den Lefzen der Burschen noch schneller ist als die Laufgeschwindigkeit der rasenden Lisa, nahm auch das von Pro7 intelligent inszenierte Husarenstück seinen Lauf.

Und nochmal zur AfD-Sprecher Selbstversenkung und dem AfD Ballastverlust durch die zügige Verabschiedung Lüths. Egal wie inszeniert, getarnt und geschickt aufgezogen unter Beihilfe Lisas, wer als Gauland,scher Parteipferd-Flüsterer, hinter den Kulissen im Jargon aufgeblasener Gockelhaftigkeit von „erschießen„ und „vergasen„ schwadroniert, dessen Selbstzerstörungs-Fetzen reißen unter Umständen noch tiefere Löcher in den vorderen Bugbereich der AfD oder beginnen ihren Torpedo Charakter im vorprogrammierten Zeitfenster der nächsten Wahlen zur selbstzerstörerischen Wirkung zu bringen. Ein solche mediale Eigentorvorlage erzielt in jeder zeitlich abgestimmten TV-Wiederholung ihre Zerstörungskraft aufs Neue. Und daran wird der Medienbetrieb zu gegebener Zeit nicht geizen.

DIE PHÄNOMENALE GRAUZONEN ERHEBUNG

Der größte strategische Fehler des vom antistaatlichen Bodensatz bis in Establishment Spitzen reichenden Antifaschismus war es, den Gegner über die schwarz-braunen Gefilde hinaus bis in den Graubereich hinein versuchtermaßen bekämpfen und verhindern zu müssen. Einen Graubereich überhaupt definieren und abstecken zu müssen, um seinen weiterführenden Exorzismus auch an denen noch weiter anzuwenden, die ihrer braunen Jugendsünden-Hexerei selber schon zu genüge abgeschworen haben - dieses entscheidende Eigentor, welches sich hier geleistet wurde, wird diesen entarteten Antifaschismus nicht nur seiner subkulturellen Hegemonie berauben, sondern es den ins Visier genommenen Grauzonen-Vertretern ermöglichen, auch das kommerzielle Terrain immer weiter für sich zu gewinnen.
Der Paradigmenwechsel ist im Gang - die Umwälzung geht von Statten. Aber statt zur Besinnung zu kommen, dass man seinen pathologischen Exorzismus so nicht weiter betreiben kann, verrennt sich der „Widerstand“ in die nächste strategische Misere dadurch, dass er auch bislang unverdächtige Konzertveranstalter in die antifaschistische Zwing-Zange zu nehmen sucht. Die von den antifaschistischen Bodentruppen betriebene Grauzonen-Denunziation mittels wissenschaftlich mutender Fleißarbeiten setzt über den langen Arm links-grüner Parteienverflechtungen ein behördliches Getriebe in Gang, deren Druckluft nicht jeder Veranstalter standhalten kann. Der Unmut unter willigen Konzertgängern, die eine solche Bevormundung nicht dulden, wühlt zunächst die Subkultur mit auf und ebnet den Boden für breiteren Unmut auch in kommerzielleren Schichten. Wie entsteht solches Grau? Dadurch zum Beispiel, dass man das Grau jedem Künstler und jeder Band bescheinigt, deren neues Selbstverständnis nicht auf Bruch, sondern Wandlung basiert und die erkennbare Bekehrung nur dann glaubhaft ist, wenn sich einem vollzogenen Bruch mit erkennbarer 180 Grad Wende auch die rituellen Reinwaschungen anschließen. Mit dem Abschwören von extremistischen Jugendsünden allein ist es nicht getan. Es müssen auch die patriotischen Mitten die heimatliche Verwurzlung und auch die eigene Maskulinität sein, welche in auszurottender Manier zu Tode geleugnet werden soll um freigesprochen zu werden von den paranoiden Instanzen Rot-Grün-Rosa gefärbter Jakobiner Tribunale.
Solange die BÖHSEN ONKELZ sich nicht deutlich erkennbar solchem Menschlichkeits-Terror beugen und ihre rockende Männerwirtschaft unbeeindruckt von sozialpädagogischer Kritik weiterbetreiben, wird deren in Eigenart vertretener Antirassismus und Anti-Extremismus einfach nicht für wahr genommen.
Solange FREI.WILD oder UNANTASTBAR nicht zu deutschsprachigen Dreadlock-Rockern mutieren und ihre heimatliche Verbundenheit nicht einer südamerikanischen Che Guevara Nostalgie und dem Klassenkampf opfern werden ihre Distanzierungen zu jedwedem politischen Extremismus von den kritischen Beobachtern nur als unglaubwürdig empfunden.
Die grau-konservative Spießigkeit, die Anfang der 80er Jahre noch unter Regieführung der CDU /CSU das bedrohlich wirkende Subkulturgut des Punk zu kontrollieren, einzudämmen oder zu verhindern suchte, wirkte selbst im martialischen Auffahren von Polizeikräften gegen die ausbrechenden Naturgewalten des Punk,ehrlicher und sportlicher als der kommissarische Denunziationsapparat rotgrünen Sendungsbewußtseins für eine bessere Welt.
Ich selber bin kein Konsument weder von neudeutschem Stadionrock noch von zuviel beschworener Männerfreundschaft oder ritueller Bierseligkeit. Mit den neuen Punk , OI und Hardcorebands auch der Grauzonenbereiche kann ich nur wenig bis nichts anfangen, weil Sie meine Jugend nicht begleitet haben und auch meinem Lebensgefühl von heute nicht mehr entsprechen.
Und schon damals empfand ich den schleichenden Einzug der Sauflieder in den Deutschpunk Anfang der 80er Jahre als irritierend, weil ich mich im Punk plötzlich mit der gleichen nach Mannhaftigkeit strebenden Saufattitüde konfrontiert sah wie in Dorfjugend Zeiten, als sich im Anschluss an die Pubertät der meisten Schul- und Jahrgangskameraden, deren Mannwerdung durch massiven Zigaretten- und Bier-Konsum zu beschleunigen suchte und Peter Maffay sie als eine sich plötzlich entpuppende Verkörperung von phantasierter Freiheit und Abenteuer in ihrer sich aufbauenden Kleinbürgerlichkeit abholte,- mit brauner Wildlederjacke ,Fünftagebart , schulterlang gewelltem Haar und einem Harley Davidson Gefühl in deutscher Moped Geschwindigkeit. Von den ersten Saufliedern des Punk bis zum Ausbruch der Funpunkwelle waren es keine 5 Jahre, die den Deutschpunk zur Andockstation jener Art Vokuhila Prols werden ließ, die mich 10 Jahre zuvor wegen meinem Punk sein nicht mehr kennen wollten, dann aber plötzlich auf die TOTEN HOSEN oder STÖRKRAFT abfuhren, weil Maffey und Westernhagen nicht mehr lieferten, was Grönemeyer erst gar nicht versprach. Als auch die TOTEN HOSEN daran gingen, ein sozialpädagogisches Verantwortungsbewußtsein auf ihren Platten zu versprühen zur Niveauhebung der Massen, die auf ihre Sufflieder anspringend glaubten, für immer im Funpunkzug nach Nirgendwo zu fahren, da hatten die ONKELZ sich schon für viele glaubhaft in eine geläuterte Form ewig männlicher Jugendlichkeit und rockender Authentizität hinüber gerettet und begannen jenseits von biegen und brechen Verkaufs-und Musikgeschichte zu schreiben. Obwohl ich aufgrund handfester Erfahrungswerte mit dem Frankfurter Umfeld der Onkelz negativ eingestellt war gegen die Truppe und außer deren Aso-Punk Beiträge auf dem „Soundtrack zum Untergang“ selber nie eine Platte der Onkelz hatte und deren Musik nur sporadisch mal irgendwo aus dem ferneren Umfeld unbeeindruckt zu mir rüber wehen hörte, muss ich ihnen zugestehen, sich zur Westdeutschen Blaupause dafür entwickelt zu haben, dass eine innere Haltung, die nicht auf Sturheit, sondern auf Wandlung beruht, sich vor niemandem beugen muss um in verdienter Weise erfolgreich zu sein. Erst das Dopamin Album von 2002 überzeugte mich von deren musikalischer, textlicher und kultureller Bedeutung. Die ganz andere Blaupause aus dem mitteldeutschen Osten ist RAMMSTEIN. Hinter diesen beiden unabhängig voneinander operierenden Flaggschiffen deutscher Eigenart fahren Pioniere und Nachhut, Nachahmer und Trittbrettfahrer nur noch im Kielwasser der beiden Ost-West-Wellenbrecher.
FREI.WILD, ONKELZ, UNANTASTBAR , KÄRBHOLZ etc. verhalten sich zu RAMMSTEIN wie der Aszendent zur Geburtssonne. RAMMSTEIN verbindet Deutschland wieder mit der Welt, in durchaus soldatischer Weise und versöhnt den Deutschrock endlich auch mit Angehörigen der Bundeswehr, welche im Rock-und Pop Betrieb gefühltermaßen immer außen vor bleiben mussten in der ihnen aufgedrückten Uncoolheit ihres geleisteten Wehrdienstes.Das musste sich rächen. Heimatlich individuelle Befindlichkeit ist mittlerweile innere Angelegenheit westdeutscher Rockmusik-Truppenverbände. Das Los der Westbands ist der Hitlersche Schattenwurf und dessen Nabelschnurbewältigung. Weil Hitlers Schatten ja auf dem Westen lag, konnten RAMMSTEIN von Osten her das „R“ rollen lassen, ohne dabei Gefangene eines schlechten Gewissens zu werden.
Das ein so stark gerolltes „R“ den Rocknroll-Wildwuchs in deutscher Ingeneurs-Präzision und flurbereinigender Weise einmal zur internationalen Marschmusik hin begradigen würde, damit hatte niemand gerechnet. Nicht nur weil OHL (Oberste Heeresleitung) keine Sauflieder in ihrem Repertoire aufwiesen, sondern auch dem Kommunismus Paroli boten und aus gewissen Ecken der Szene heraus als reaktionär verschrien wurden, waren OHL das große Pendant zur schrecklichen Epidemie einer immer linkspolitischer und engstirniger werdenden neuen Polit-Punkigkeit. Plötzlich schien jede Schrammelkombo ohne ein obligatorische Trinker-Hymne und einen „Nazis raus!“ Standard keine Daseinsberechtigung mehr zu haben.
OHL hatten den Mut und das anfängliche Alleinstellungsmerkmal, sich gegen Links-und Rechtsextremismus gleichermaßen abzugrenzen. Und in mir wurde die Ambition immer stärker, überhaupt niemanden mehr raus haben zu wollen, sondern die Szene einfach offen werden zu lassen für Alles. Offen für das freie Spiel weltanschaulicher Kräfte. Ich hatte die aufbrechende Steinzeit ja noch erlebt, als die verschiedenen Jugendkulturen ihr gegenseitiges Befremden aus einer Langeweile heraus wie in einer Art sportlicher Betätigung zum künstlichen Hass aufeinander anfeuerten um Fäuste und Steine gegeneinander fliegen zu lassen. Punker, Rocker, Skinhaeds, Rockabillys, Prols und Türken. Die Szene an sich sollte schon Punk bleiben, aber das freie Spiel der Kräfte sollte offen für weltanschauliche Strömungen vielerlei Art sein dürfen. Nach einem Jahrzehnt von Rockerkriegen und Skinhead-Schlägereien blieben am Schluss nur noch sowohl vermeintliche als auch echte Nazis und die Polizei zur Aufrechterhaltung letzter Feindbilder übrig. Die Säufer unter den Punkern wurden obdachlos, die politische Intelligenzia zog sich in ihre autonomen Jugendzentren zurück und bildeten sich auf Staatskosten zu antifaschistischen Bürokraten heran, während die Straßenpunker mit Anti-Nazi T-Shirts den Klassenfeind und das System dadurch bekämpften, dass sie zur immer stärker werdenden Verblödung und Besoffenheit dazu neigten, auch noch heroinsüchtig zu werden und das ganze Elend dann als Freiheit zu deklarieren.
Das freie Spiel der Kräfte, wie es mir für die subkulturelle Szene vorschwebte, beruhte immer stärker auf meiner allmählichen Überzeugung, das lebendige Inklusion und auch sich einander abstoßende Diversität auf weltanschaulicher Ebene langfristig auch Spitzen extremerer Abgründigkeit zu entschärfen in der Lage wäre, wenn sich den vertretenen Weltanschauung weder Gewalt noch gesinnungspolizeiliche Maßnahmen anhängen. In einem um Gleichgewicht statt um Vorherrschaft ringenden freien Spiel der Kräfte, so glaube ich, entspannen sich rechtsextreme Verhärtung und linksextreme Verkrampfung gleichermaßen. Die Kraft die es dazu bedarf ist die gleiche innere Kraft die auch die seelisch charakterlichen Zerrkräfte und das Temperament eines Menschen steuern und verantwortungsvoll balancieren kann,- wenn einen nicht die muskulöse Kraftmeierei oder das intellektuelle Überlegenheitsgefühl so unablässig an die bipolaren Kraftvergeudungsfronten befehlen würden.
Wohin aber dann mit all dem abgrundtiefen Hatecore, beidseitigem Hatespeech und wohin mit der künstlichen Wut der linken Lamento-Kapellen, wohin mit der Daseinsberechtigung solch luxuriöser Systemfeindlichlichkeit wie jene der sahnigen Filet-Combo aus Mecklenburg-Vorpommern. Woher neuen Treibstoff nehmen wenn der alte Hass zwar noch brennt, aber doch eigentlich auch gelöscht werden möchte, heimlich, tief verborgen. Ich sehe den konstruktiven Nährboden von welchem ein solches Kräftespiel ausgehen könnte in eben dieser von kritischen Szenebeobachtern als Grauzone deklarierten Szenekultur. Der befremdliche Antifaschismus der Gegenwart ist irritiert und verwundert über das schnelle Wachstum und die kommerzielle Unzerstörbarkeit einer neuen deutschsprachigen Rock-Monströsität welcher sie selbst zur Geburt verhalf,- durch den suppressiven Tiefdruck einer weltanschaulichen Doktrin auf die Fruchtblase dieser als schwer verdächtigen Graubereich deklarierten Zone. Die unfreiwilligen Geburtshelfer dieser neuen Charts-Stürmer sind zweifelsfrei betont antifaschistischer Natur. Ein Reservat sollte es werden und ein Brutkasten ist es geworden dieses Ghetto das seine Grenzen sprengt und sich die Grau-Etikettierung in vorbildlicher Frechheit einfach zum neuen Bunt erhebt. Und so ist dieses Grau nicht nur deswegen das neue Bunt , weil neue Bands mit ungebeugtem Selbstbewusstsein plötzliche jene Diversität versprühen welche die Gesinnungswächter ellenlang predigten aber frei zu leben verlernt hatten. Und da muss Rotgrün sehr gut aufpassen nicht das neue braun zu werden. Soll man die Deutungshoheit über die härteren Ausdruckskünste und weltanschaulichen Bewegungstänze in Deutschland und Österreich nach dem Mauerfall wirklich einer Clique Grün,Rot und Rosa verorteter Politspießer überlassen die ein Publikum für so unmündig und blöd halten, das sie die Haltung oder die inhaltlichen Bedenklichkeiten eines Musikanten nicht selber für sich handhaben können ?
Wie politisch einseitig ,wie zahm und entschärft soll Rockmusik nach den utopischen Vorstellungen der neuen Zensoren werden,- wieviel Beatles, wieviel Chuck Berry und wieviel Jerry Lew Lewis wären Zeitversetzt noch möglich gewesen unter dem zensierenden Diktat irgendeiner feministisch verhärteten Abgeordneten der Grünen von heute. Wenn Jungsozialisten wie Kevin Kühnert in marxistischen Enteignungsphantasien schwelgen,- und die Rote-Truppen Betreuerin Renate Künast von den Grünen, eine „verläßliche Finanzierung“ der Antifa durch den Steuerzahler fordert , wenn eine politische Vertreterin der Linkspartei auf einer Strategiekonferenz in Kassel die Meinung vertritt das nach einer Machtübernahme der LINKEN ,ein Prozent der Reichen erschossen werden müsste, und Bernd Riexinger ihr nur entgegnet,das man sie nicht erschießt sondern „...schon für nützliche Arbeit“ einsetzt ,dann sehe ich die primäre Bedrohung der Rockmusik und der alternativen Szenekultur in keinem Graubereich, nicht in den homophoben Texten schwarzer Dancehall Musikanten oder im „frauenfeindlichen“ Aso-Jargon pigmentierter Hiphop-Prols, sondern im stalinistisch mutenden Aufbegehren weissrassiger GRÜNEN, LINKEN und ROSA-LISTEN Vertreter deren potentielle Querulanz mir schon in den schrägen Gesichtsphysiognomien ihrer Wahlplakats- Portraitierung unheimlicher mutet als vor Jahrzehnten noch eine schlagwütige Fan-Delegation der BÖHSEN ONKELZ. Nicht Punk , nicht Rocknroll sondern pure Antifa-Bürokratie verkörpert der Kreisverbandssprecher der LINKEN in Münster, der nicht nur Ideen zur Abschaffung des Staates entwickelt, sondern auch dafür plädiert, die „abgegriffene Staatsknete der Bewegung ( Antifa) zuzuspielen“.
Aus solchen Dunstkreisen bildet sich der Geist heraus,- der vor 30 Jahren über ein Gefallen an HANS-A-PLAST und den FEHLFARBEN mit Knoblauch-und Patchoulie geschwängertem Hippi-Mief den punkigen Freigeist betäubend heute sein rächendes TON STEINE SCHERBEN-Gericht über den emanzipierten Graubereich von Punk und Rock zu verhängen sucht und über diesen vergeblichen Exorzismus hinaus die totale Entscheidungsgwalt darüber erlangen möchte, wer hier wo unter welchen Bedingungen und Auflagen überhaupt noch auftreten und musizieren darf. Wenn ich mir die Figuren zur bildlichen Aufstellung bringe die hier in München gerade das ehemals Links-Alternative BACKSTAGE mit Antisemitismus, Homophobie ,Rassismus und Rechts-Verdächtigungen überziehen, dann wird mir nur deswegen noch wohl, weil ich die Kulminationskurve, die das alles nimmt, exakt voraus berechnen kann in ihrer Eigentor Dynamik. Es geht gerade alles ein wenig drunter und drüber ,- weil das neue Mischen der Karten und das Chaos auf der Richtungs-und Farbenpalette nicht mit der Verspeisung der Kinder durch die Revolution zusammenfällt, sondern mit dem Verspeisen der Revolution durch deren Nachgeburt. Es nutzt dem Betreiber des Backstage Clubs nichts mehr ,das er vor einigen Jahren noch in biederer Anpassung an den damals vorherrschenden Wind plakativ damit warb, kein Bier an Nazis auszuschenken. Es braucht nur ein paar mal die Kasse zu klingeln, weil Grauzonen Bands mittlerweile für vollere Hallen sorgen, um selber in Nazi Verdacht zu geraten. Es gibt für diejenigen, die nach Rechts schielend keinen Spaß verstehen, keinen antifaschistischen Lorbeer, auf welchem sich jemand ausruhen könnte . Niemand hat bei der Weltrevolution etwas gut. Jeder Tag wird neu berechnet. Revolution ist Denunziation und der Zweck heiligt die Mittel.
In solchem Zusammenhang gerät dann sogar der tatsächlich in der Rockmusik beheimatete Soziologe Dr. Rainer Sontheimer in die boshafte Kritik des Rotgrünen Reinlichkeitsfanatismus, weil dessen differenzierte Sichtweise sich frei beweglich an keiner linientreuen Soll-Vorgabe orientiert, sondern an der von ihm am Puls des unmittelbaren Rocknroll Geschehens gemessenen Wirklichkeit. Über die Beweislast akribisch gesammelter Fakten hinaus ist es bisweilen aber auch,die sich mit einschiebende Grundstimmung der anklagenden Faktensammler, die mich immer wieder fragen lässt, inwieweit deren politische Verbissenheit auch von neutraleren menschlichen Seismographen negativer bemessen werden könnte als das von den Verbissenen beanstandete Übel Selbst.
Ist ein Zeitgenosse wie der Tobi Bezler auf Alltagsniveau und im Umgang mit Menschen auch so bereichernd für sein Umfeld wie er es im Dienst an der Menschheit für die Welt sein möchte, oder wirkt er durchweg so angestrengt und in permanenter Mission, wie er uns im medialen Strahlungsfeld seiner bemühten Bedeutsamkeit rüber kommt? Hören diese Leute im Privaten irgendwann auch mal auf, im Dienst an der Menschheit zu sein? Und macht eine lesbische Grüne vor sich Selbst auch mal Feierabend mit dem Gefühl ständig drohender Diskriminierung? Ich kann mir das nur 1x in meheren Jahresabständen antun,- über den Tweedverlauf von Robert Andreasch (Echtname :Tobias Bezler) oder in die Engagements-Spuren der ehemaligen Grünen Stadträtin Lydia Dietrich zu klicken, um für mich den Eindruck zu gewinnen, dass 80 % der Druckluft, welche dieser jakobinische Menschenschlag gezwungen ist über das Engagements-Ventil öffentlich werden zu lassen, einer echten inneren Unruhe in Bezug auf sich Selbst geschuldet ist.
Hinter der ganzen ihnen anhängende Takelage politischer Organisationen täuschen die in sachlicher Kühlheit gewählten Gruppierungs-Namen nicht darüber hinweg, dass hinter: Bündnis gegen dies und jenes, Grüne Jugend, Linksjugend, Sozialistische Jugend, Emanzipatorische Linke, Junges Forum, Antisexistische Aktion, Linkes Bündnis etc. , keine wirklichen Kampfgruppen, sondern sehr überschaubare regionale Selbsthilfegrüppchen vor sich hindümpeln, deren rigide Sachlichkeit in Fragen der Weltverbesserung unbedingt darüber hinwegtäuschen muss, dass jeder Aktivist unter seiner blassen Erscheinung ein massives Problem mit sich selbst herumschleppt, gegen welches die strapazierte Streitbarkeit jedoch kein Erlösungswerk auf den inneren Weg bringen kann - weil die gestaute Agro-Energie nur durch externe Blitzableiter in die Kanäle zur Rettung der Welt gespeist werden muss. Referat hier, Aktion dort, Ein Bündnis, Ein Forum und ein Plenum, an dessen Tisch die jungen Jakobiner und Jakobinchen zusammensitzen und der insgeheime Verdachtsmoment allzeit im Raum steht, dass in jedem Genossen das Potential schlummert, die Linientreue irgendwann einmal brechen zu können.
1789 ,1984, 1794,1934, Humanität, Stalinität, Menschheitsbeglückung, Rübe ab, Rübe runter, Klingenspringen mit Robespierre und Danton, NSDAP, Internationalsozialismus, Linke, Grüne, SPD , unablässiges Klingenwetzen, das heimliche Bemessen der Dolchlänge am brüderlichen Gewand, unaufhörliches Köpferollen, ewigwährende Dolchstoßlegende, unauslöschliche Heiligenlegenden , unerträgliche Scheinheiligkeits-Bildung,1937, 1938, 1946, Genossenschafts-Sitzung, Kameradschaftsabend. Ein Moskauer Staatsprozess, Eine Nacht der langen Messer und darauf noch ein Prozess Nürnberger Art mit Atompilzbildung über Hiroshima und Nagasaki.

AUSGERECHNET CONNEWITZ

Manchmal versteh auch ich die Welt nicht mehr, und muss mich dann kurzzeitig hinlegen, um mir den Schweiß von der Stirn zu tupfen, weil plötzliche Ausnahme-Erscheinungen wie Lichtblitze aus dem Nichts die Berechnungen meiner subkulturellen Stromschnellen-Bewegungen unterbrechen.

Ausgerechnet in einem Gefilde, das ich nur noch als härtesten Boden der militanten Leipziger Antifa in Erinnerung habe, stoße ich auf das schreiberische Kleinod eines vermutlich ebenso genialen wie wirklichkeitsnahen Autoren Namens Hagen Kolb, der thematisch auf altem und neuem Linken Denunziantentum aufbauend die Grauzonendiskussion im Zusammenhang mit der „Agonie der Subkultur“ so weltmeisterlich beschreibt, dass meine Zirbeldrüse mir die Feuchtigkeit einer inneren Rührung unters Dritte Auge zu spielen beginnt. Wie kann solch eine unmilitante Ausführung auf so hohem Wirklichkeitsniveau unbemerkt von zensierender Dogmatik in solch einer Niederung aufblühen ohne bislang ausgerissen oder gelöscht worden zu sein ?

https://www.conne-island.de/nf/210/21.html